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Kommentar Die neue Chipfabrik in Dresden kann für Bosch nur der Anfang sein

Bosch hat den Anspruch, Technologien in der Tiefe zu verstehen. Bei den Halbleitern hat es funktioniert. Doch in Zukunft wird der Zulieferer noch mehr investieren müssen.
08.06.2021 - 16:56 Uhr Kommentieren
Eine Mitarbeiterin läuft während eines Presserundgangs in der neuen Halbleiterfabrik von Bosch in einem Schutzanzug durch eine Schleuse in den Reinraum. Quelle: dpa
Bosch-Halbleiterfabrik

Eine Mitarbeiterin läuft während eines Presserundgangs in der neuen Halbleiterfabrik von Bosch in einem Schutzanzug durch eine Schleuse in den Reinraum.

(Foto: dpa)

Die Bundeskanzlerin sollte bei der Eröffnung von Boschs Chipfabrik in Dresden Fragen stellen. In solchen Momenten blitzt Angela Merkels Sinn für trockenen Humor auf: „Ist das jetzt Weltklasse, oder fehlt da noch was?“, fragte sie.

Die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte mit einem Volumen von einer Milliarde Euro gilt jedenfalls als Paradebeispiel für die vernetzte Industrie. Denn Bosch baut als einziger europäischer Zulieferer seine Chips im großen Stil selbst.

Das wirft ein besonderes Licht auf den weltgrößten Autozulieferer. Hinter der Strategie von Bosch, mit der milliardenschwere Entscheidungen verbunden sind, steckt der typisch deutsche Ingenieuranspruch, Technologien in der Tiefe verstehen zu wollen. Nicht immer geht die Strategie auf: Die Solarzellenproduktion ging schief, und an die Batteriezellenfertigung für Elektroautos hat sich Bosch gar nicht erst herangewagt. Aber bei den Halbleitern hat es funktioniert.

Vor mehr als 50 Jahren war es für die Schwaben ein großer Schritt von der Mechanik in die Elektronik: Bosch machte als erstes Unternehmen Antiblockiersysteme, die Fahrdynamikregelung ESP und andere Fahrerassistenzsysteme zum Verkaufsschlager. Diese mit langen Entwicklungszeiten verbundene Ingenieurdenke ist im rastlosen Internetzeitalter zwar etwas in Verruf geraten. Aber Bosch setzt an neuralgischen Stellen weiter auf Wertschöpfungstiefe.

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    Bei der Entwicklung der für das Auto immer wichtiger werdenden Software sieht es Bosch-Chef Volkmar Denner als Vorteil, das Thema bis auf der Chipebene zu durchdringen. Der Konzern hat als Digitalturbo inzwischen ein Heer von 34.000 Softwareingenieuren aufgebaut.

    Fünf-Nanometer-Chips werden in Autos derzeit noch nicht benötigt

    Umsatzzahlen in der Chipsparte nennt der Stiftungskonzern nicht einmal, wenn die Bundeskanzlerin danach fragt. Aber sicher ist, dass die in Dresden eröffnete Fabrik die bisherige Kapazität um ein Vielfaches übersteigt. Bosch denkt also groß.

    Um die Frage von Angela Merkel aufzugreifen: Was fehlt dann noch zur Weltklasse? Die Schwaben verwenden Halbleiterstrukturen mit einer Größe von 65 Nanometern. High End sind derzeit fünf Nanometer – Chips mit deutlich kleineren, aber auch empfindlicheren Strukturen.

    Noch werden die im Auto nicht benötigt. Dort kommt es vor allem auf Verlässlichkeit an. Die Halbleiteroffensive bei Bosch läuft seit mehr als fünf Dekaden sehr kontrolliert ab. Für Bosch mag ein solches Vorgehen richtig sein, doch aus der Sicht von Europa ist das künftig zu wenig, wenn der Kontinent mit den USA und China mithalten will.

    Und wenn Denner Bosch zu einem echten AIoT-Konzern machen will, also zu einem Unternehmen, das Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge verbindet, dann wird es noch mehr „große Brötchen“ backen müssen, wie Merkel forderte. In diesem Fall hieße das: noch kleinere Chips.

    Mehr: Sechs Monate früher als geplant: Bosch eröffnet neue Chipfabrik in Dresden

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