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Kommentar Die neue Macht des Ölkartells Opec wird zum Kostentreiber für Europa

Westliche Ölkonzerne werden gezwungen, ihre Reserven im Boden zu lassen. Das stärkt die Opec-Länder. Europa muss sich langfristig auf erhöhte Preise einstellen.
01.06.2021 - 17:42 Uhr 1 Kommentar
Der Zusammenschluss der Erdöl-Exportstaaten nutzt die Schwäche der westlichen Ölindustrie. Quelle: Reuters
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Der Zusammenschluss der Erdöl-Exportstaaten nutzt die Schwäche der westlichen Ölindustrie.

(Foto: Reuters)

Auf den ersten Blick haben die drei Ereignisse wenig miteinander zu tun: In den USA versucht ein aktivistischer Investor, den Ölmulti Exxon Mobil auf einen klimafreundlicheren Kurs einzuschwören. In den Niederlanden verdonnert ein Gericht den Konzern Shell zu größeren CO2-Einsparungen. Und in Wien signalisierten am Dienstag die 23 Mitgliedstaaten der Opec-plus-Allianz, dass sie ihre Ölproduktion nur langsam erhöhen wollen – trotz Preisen von über 70 Dollar für ein Fass Brentöl.

Doch hinter den Ereignissen steckt eine Entwicklung, die den Ölmarkt sowie die Energiepreise in Europa in den kommenden Jahren entscheidend prägen dürfte. Die wachsenden Anstrengungen beim Klimaschutz werden die Ölproduktion in den westlichen Staaten in Zukunft begrenzen.

Die 23 Opec-plus-Staaten um Saudi-Arabien und Russland drängen in diese Lücke und erobern Marktanteile zurück. Weil die Opec-plus-Allianz kein Interesse an fallenden Ölpreisen hat, könnte die steigende Marktmacht zu dauerhaft höheren Ölpreisen in Europa führen.

Jahrelang litt die Organisation Erdöl exportierender Länder unter der agilen Schieferölindustrie in den USA. Staaten wie Saudi-Arabien können zwar sehr günstig Öl fördern. Doch ihre Staatshaushalte sind nur ausgeglichen bei Rohölpreisen jenseits der 70 Dollar. Versuche, die Preise mit Produktionskürzungen zu stabilisieren, untergruben die US-Schieferölförderer regelmäßig. Von Preiskämpfen wie im Jahr 2015 erholten sich die Amerikaner überraschend schnell.

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    Kein neuer Preiskampf in Sicht

    Eine angespannte Finanzlage zwang zudem viele Opec-Staaten dazu, von gemeinsamen Beschlüssen abzuweichen und heimlich mehr zu produzieren. Der Streit um Marktanteile sorgte immer wieder für Dissens innerhalb der Opec-plus-Allianz – und gipfelte im Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland, der den Ölpreis zeitweise unter zwölf Dollar fallen ließ.

    Doch in diesem Aufschwung ist vieles anders: Die US-Produktion hält mit dem rasanten Anstieg der Ölpreise kaum Schritt. Das ist ein Zeichen, dass die Investoren in den USA nicht mehr unbegrenzt Geld für Investitionen in neue Projekte zur Verfügung stellen.

    Viele Schieferölfirmen haben ihren Fokus nicht mehr auf Wachstum, sondern auf Bilanzreparatur und Dividenden gelegt. Zudem fällt es den westlichen Ölkonzernen immer schwerer, vor ihren Aktionären Produktionswachstum und damit steigende Verschmutzung zu rechtfertigen.

    Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco unterliegt freilich nicht diesen Beschränkungen, ebenso wenig wie die staatsnahen Öl- und Gaskonzerne Russlands. Sie können das derzeitige Umfeld nutzen, um mehr Einnahmen und höhere Marktanteile zu generieren. Einen deutlichen Einbruch der Ölpreise werden die beiden Länder so schnell nicht mehr zulassen. Solange Europa noch stark von fossilen Energieträgern abhängig ist, zahlt der Kontinent einen hohen Preis angesichts der neuen Macht der Opec.

    Mehr: Big Oil unter Druck – die Ölkonzerne müssen sich neu erfinden

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Die neue Macht des Ölkartells Opec wird zum Kostentreiber für Europa"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Statt "Europa muss sich langfristig auf erhöhte Preise einstellen" sollte es besser heißen: Europa muss langfristig auf fossile Brennstoffe verzichten und auf klimaneutrale Energieerzeugung umsteuern, dann spielt auch der Ölpreis keine große Rolle mehr.

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