Kommentar Die neuen iPhone-Funktionen sind eine Kampfansage an Facebook

iPhone-Hersteller Apple will seinen Nutzern im Kampf gegen die Smartphone-Sucht helfen. Besonders Konkurrent Facebook dürfte das schmerzen.
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„Das ist die neue Transformations-Technologie“ – Apple stellt Technik-Innovationen vor

„Das ist die neue Transformations-Technologie“ – Apple stellt Technik-Innovationen vor

Auf den ersten Blick haben Apple und Facebook wenig gemeinsam. Der iPhone-Hersteller verdient sein Geld mit Hardware-Verkäufen, 61,6 Prozent der gesamten Konzernumsätze stammten im vergangenen Jahr von den Smartphones. Facebooks Einnahmen stammen dagegen aus dem digitalen Werbegeschäft.

Dennoch nutzt Apple bei seiner Entwicklerkonferenz WWDC die Gelegenheit, um Facebook zu attackieren. In der Logik von Apple macht das durchaus Sinn.

Der Skandal um Cambridge Analytica, der fragwürdige Umgang von Facebook mit der ganzen Affäre und die vielen vielen unbeantworteten Fragen – all das hat im gesamten Silicon Valley Spuren hinterlassen. Die Nutzer fragen sich, ob die Konzerne von der Westküste eigentlich ihr Bestes im Sinn haben oder eben nur die eigenen Profite. Das Mantra, dass mehr Technologie automatisch mehr Fortschritt bringt, gilt nicht mehr uneingeschränkt.

So geht Apple auf Distanz zu Facebook. Es nutzt die Krise, um zu glänzen. Im neuen Betriebssystem iOS 12 können Apple-Fans künftig den Smartphone-Gebrauch limitieren. Einige Apps zögen zu viel Aufmerksamkeit auf sich und lenkten die Menschen von Wichtigerem ab, meint Apple – und zeigt als Beispiel für so einen Zeitfresser ausgerechnet den Bilderdienst Instagram, der zu Facebook gehört.

Auch die Datensammelei des Konkurrenten prangert Apple an. Jeder kenne doch diese „Like-Buttons“, erklärt Software-Chef Craig Frederighi mit Blick auf die Facebook-Funktion. Diese Programme verfolgten den Nutzer quer durchs Netz. Apple wolle dem nun ein Ende setzen, damit die Nutzer privater surfen können. Die Ansage birgt – sollten die Nutzer sich denn daran halten – durchaus das Potenzial, Facebooks Geschäft zu schädigen.

Jede Minute weniger bei Instagram, jeder Datenschnipsel, der dem Netzwerk entgleitet, zieht Umsatzeinbußen nach sich. Anders als sonstige Apps für digitale Entgiftung besitzt Apple die technischen Möglichkeiten, seine Ziele auch rigoros umzusetzen. Der Smartphone-Hersteller kontrolliert von jeher sowohl Software als auch Hardware auf seinen Geräten.

Doch uneigennützig ist die Aktion wohl kaum. Apple schützt mit dem Schritt seine eigene Zukunft. Die Smartphone-Verkäufe wachsen beständig, aber nur noch minimal. Für Apple gewinnt das Geschäft mit Software-Anwendungen immer stärker an Bedeutung. Schon 2017 trug die Konzernsparte mit den „Services“ 13,1 Prozent zu den gesamten Konzernumsätzen des Tech-Giganten bei.

Verlieren die Kunden das Vertrauen, dass die Technologie auf ihren iPhones zu ihrem Besten ist, dürfte sich dies auch auf die Umsätze in Cupertino auswirken.

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