Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die Not führt Daimler und BMW zueinander – Jetzt geht es um ihre Zukunft

Die Rivalen Daimler und BMW verbünden sich, um gemeinsam die Mobilität von morgen zu planen. Für beide Autohersteller ist das ein wichtiger Schritt.
Kommentieren
Die beiden Manager haben den Zusammenschluss ihrer Mobilitätsdienste zelebriert. Quelle: imago/Mauersberger
BMW-Chef Harald Krüger (l) und Daimler-CEO Dieter Zetsche

Die beiden Manager haben den Zusammenschluss ihrer Mobilitätsdienste zelebriert.

(Foto: imago/Mauersberger)

Mit großen Worten feiern BMW-Chef Harald Krüger und Daimler-Boss Dieter Zetsche den Zusammenschluss ihrer Mobilitätsdienste. Nicht weniger als ein „Game-Changer“ für „urbane Mobilität“ soll entstehen, wenn die beiden Autokonzerne ihre Carsharing-Töchter, Taxi-Vermittlungen und Ladesäulen für Stromautos zusammenführen. Während man sich im Autogeschäft weiter intensiv Konkurrenz macht, soll unter dem gemeinsamen Dach der neuen Berliner Töchter die Zukunft entwickelt werden.

Tatsächlich führt die Not die Rivalen zueinander. Jahrelang haben Daimler und BMW mit„Car2go“ und „DriveNow“ zwar hübsche Anfangserfolge gefeiert, aber dennoch nur Stückwerk betrieben. Mit jeweils ein paar Hundert Mietwagen in Metropolen wie Berlin oder London anzutreten ist löblich, aber kein tragendes Geschäftsmodell.

Weder Krüger noch Zetsche haben mit Carsharing bislang Geld verdient. Nun versuchen es die Rivalen mit der Plattform-Logik: Wo viel ist, da kommt noch mehr dazu.

Masse ist wichtig in einem Geschäft, das die Autohersteller eigentlich gar nicht mehr in der Hand haben. Denn die Kunden sind keine Autokäufer mehr, sondern Mobilitätssuchende, die mit ihrem Smartphone einfach die nächste Dienstleistung buchen.

Hier konkurriert man mit Fahrdienstvermittlern wie Uber, Lyft oder Didi und wohl schon bald mit der Google-Schwester Waymo. Diese Unternehmen brauchen weniger die Hardware Auto als vielmehr die Schnittstelle zum Kunden. Ein Markt, der möglichst wenig Vorschriften macht, ist ebenfalls willkommen. Deutschland könnte bald ein solcher werden, wenn das Personenbeförderungsgesetz gelockert wird und der Schutz der Taxigilde fällt.

So richtig interessant werden die neuen Geschäftsmodelle aber erst mit dem autonomen Fahren. Wenn der Computer den Fahrer ersetzt, sinkt der Fahrpreis um rund siebzig Prozent, lautet die Kalkulation der Fahrdienstvermittler.

Deshalb investieren Uber und die Google-Tochter Waymo Milliarden in die Entwicklung von Robotertaxis, die wohl erst in den USA und irgendwann auch bei uns fahren. Wer es als Erster schafft, Behörden und Versicherungen von der Sicherheit seiner Technik zu überzeugen, der setzt den Branchenstandard und bestimmt die Regeln.

In den USA dürften Waymo und Uber gesetzt sein, in China wird der Staat nur einheimische Lösungen akzeptieren. In Europa aber ist das Spiel offen. Auch hier haben Daimler und BMW Milliarden investiert – und sind am Ende doch zu klein. Deshalb reden Zetsche und Krüger über eine Zusammenarbeit beim autonomen Fahren, auch der VW-Konzern könnte hinzustoßen. So bekäme die Kooperation wirklich Gewicht.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Die Not führt Daimler und BMW zueinander – Jetzt geht es um ihre Zukunft

0 Kommentare zu "Kommentar: Die Not führt Daimler und BMW zueinander – Jetzt geht es um ihre Zukunft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote