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Kommentar Die Opec ist auf Russland angewiesen – doch Putin ist ein unberechenbarer Freund

Nach dem Austritt Katars braucht das Ölkartell Russland mehr denn je, um sich gegen den drohenden Bedeutungsverlust zu stemmen.
04.12.2018 - 18:13 Uhr Kommentieren
Schon heute stöhnen die russischen Energiekonzerne über Begrenzungen der Ölförderung. Quelle: AFP
Mohammed bin Salman und Wladimir Putin

Schon heute stöhnen die russischen Energiekonzerne über Begrenzungen der Ölförderung.

(Foto: AFP)

Wenn der Weihnachtsmann die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Wien besuchen würde, wäre der Wunsch klar: die Mitgliedschaft von Russland im Ölkartell. Denn nach dem Austritt von Katar ist der Phantomschmerz in der Opec groß. Denn der Wüstenstaat stieß nur ein Jahr nach Gründung zum Ölkartell.

In der komplizierten Gemengelage am Golf spielte Katar trotz seiner überschaubaren Marktrelevanz immer wieder eine Rolle als Brückenbauer. Vor allem aber ist der historische Ausstieg von Katar eine politische Schwächung der nunmehr aus 14 Ländern bestehenden Allianz zur Ordnung des globalen Ölmarkts.

Mit einer Mitgliedschaft Russlands wäre die Opec in der Lage, nicht nur ihren Machtverlust zu stoppen, sondern sogar wieder an Bedeutung zu gewinnen. Denn Russland hat als Ölförderland bereits das Opec-Schwergewicht Saudi-Arabien überrundet.

Schon zwei Jahre arbeitet das Ölkartell eng mit Russland zusammen. Der saudische Ölminister Khalid al-Falih umwirbt seinen russischen Amtskollegen Alexander Nowak. Der 58-jährige Energieminister aus Riad weiß genau, die Opec kann nicht mehr allein für das Gleichgewicht im Markt sorgen und die Preise nach oben oder unten lenken. Die Opec+, wie die Allianz zwischen dem Ölkartell und Russland genannt wird, wird sich Ende der Woche in Wien treffen, um die Fördermengen im kommenden Jahr um täglich rund eine Million Barrel (159 Liter) und mehr zu kürzen.

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    Auf Dauer wird die lose Partnerschaft aber nicht reichen, um den Bedeutungsverlust aufzuhalten. Katar muss auch nicht das letzte Mitgliedsland gewesen sein, das dem Ölkartell den Rücken kehrt. Angesichts der wachsenden Interessengegensätze sind Überraschungen nicht auszuschließen. Gerade in dieser volatilen Situation wäre Russland ein Rettungsanker für die Opec.

    Die Lust der Russen auf eine Mitgliedschaft im Ölkartell ist freilich beschränkt. Schon heute stöhnen die russischen Energiekonzerne über Begrenzungen der Ölförderung. Für vergleichsweise geringe Kosten können die russischen Ölfirmen schließlich das schwarze Gold aus dem sibirischen Boden holen. Daher ist Russland weitaus weniger preissensibel als manches Opec-Mitgliedsland. Zudem versteht sich Russland als geopolitische Großmacht, obwohl sein Bruttoinlandsprodukt unter dem von Italien liegt. Mit diesem Nationalgefühl wird Präsident Putin sein Land nicht in die Disziplin eines Ölkartells zwängen lassen.

    Russland ist ein unberechenbarer Freund. Wenn sich die Interessen ändern, wird Moskau keinen Augenblick zögern, die Opec ihrem ungewissen Schicksal zu überlassen. Das wäre dann keine schöne Bescherung.

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