Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die Opec ist nicht die Notenbank des Ölmarktes

Einige Analysten sehen in dem Ölkartell eine Art Zentralbank für den Rohstoff. Doch der Vergleich hinkt gewaltig. Er verkennt, was die Opec im Kern ist.
05.03.2020 - 17:28 Uhr Kommentieren
Dem Kartell geht es vor allem um den Ölpreis. Quelle: Reuters
in Wirklichkeit geht es dem Kartell um den Ölpreis.

Dem Kartell geht es vor allem um den Ölpreis.

(Foto: Reuters)

Auf den ersten Blick scheinen die Parallelen auf der Hand zu liegen: Um die Auswirkungen des Coronavirus auf die Konjunktur einzudämmen, kürzt die US-Notenbank Fed die Leitzinsen. Und auch die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) dürfte die Ölproduktion kappen, um den Effekt des Virus für die Ölmärkte abzufedern. Beide Institutionen haben sich, explizit oder implizit, stabilen, leicht steigenden Preisen verschrieben. Und so bezeichnen ebenfalls einige Analysten die Opec als „Zentralbank des Ölmarktes“. Ein Bild, das auch die Opec selbst von sich zu zeichnen versucht.

Doch der Vergleich hinkt gewaltig. Er verkennt, was die Opec im Kern ist: Ein Kartell mit dem Ziel, Macht und Reichtum einer kleinen, vielfach undemokratischen Elite zu sichern.

Die Geldpolitik von Fed oder EZB mag umstritten sein, doch ihre Mandate fußen auf einem gesamtgesellschaftlichen Auftrag. Fallende oder rasant steigende Preise sind mit hohen Kosten für Verbraucher und Arbeitnehmer verbunden. Dass die Notenbanken alles tun, um eines dieser beiden Szenarien zu verhindern, ist im Interesse aller.

Anders die Opec: Ihr explizites Ziel ist es zwar, die globalen Rohöllagerbestände auf dem historischen Durchschnitt zu stabilisieren. Doch in Wirklichkeit geht es dem Kartell um den Ölpreis. Viele Länder sind auf einen hohen Ölpreis angewiesen, um soziale Sicherungssysteme zu bezahlen, die verhindern, dass sich die Bevölkerung gegen ihre autoritäre Regierung auflehnt. Ohne die Petrodollar könnte sich etwa das kommunistische Regime in Venezuela niemals halten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Vom Ölreichtum kommt in vielen Opec-Staaten bei der breiten Masse der Bevölkerung allerdings wenig an. Und auch die Verbraucher in den Nicht-Opec-Ländern treffen die Absprachen der Förderquoten. Die Opec-Politik verursacht Kosten für die Allgemeinheit zum Vorteil weniger. Einen Vergleich mit der Opec müssen sich die Notenbanken daher nicht gefallen lassen.

    Mehr: Opec verständigt sich auf deutliche Drosselung der Ölproduktion

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Die Opec ist nicht die Notenbank des Ölmarktes
    0 Kommentare zu "Kommentar: Die Opec ist nicht die Notenbank des Ölmarktes"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%