Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die Osram-Übernahme ist eine große Herausforderung für die Finanzinvestoren

Die Übernahme der Ex-Siemens-Tochter kann eine Chance sein. Doch die Investoren brauchen eine Idee, wie sie Osram weiterentwickeln wollen.
Kommentieren
Finanzinvestoren können den Hersteller stabilisieren. Quelle: dpa
Lichtkonzern Osram

Finanzinvestoren können den Hersteller stabilisieren.

(Foto: dpa)

Der Lichtkonzern Osram hat seit der Abspaltung von Siemens turbulente Jahre hinter sich. Die Abspaltung des Glühbirnengeschäfts mit 40 Prozent der Konzernumsätze sorgte ebenso für Unruhe wie der anschließende Strategiestreit mit Siemens über eine Großinvestition in das schwankungsanfällige Chip-Segment. Mehrere Gewinnwarnungen und fast permanente Übernahmegerüchte halten den Lichthersteller seit Monaten in Atem.

Die Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Carlyle kann da auch eine Chance sein. Ein stabilisierender Großaktionär hat Osram seit dem Komplettrückzug von Siemens gefehlt. So geriet Osram immer wieder ins Visier auch von chinesischen Investoren. In Branchen wie der Lichtindustrie mit disruptiven Veränderungen kann es von Vorteil sein, wenn das Management seine Strategie konsequent entwickeln kann, ohne permanent auf die Quartalsergebnisse und den Börsenkurs zu schielen.

Allerdings haben Finanzinvestoren auf etwas längere Sicht immer bereits den Exit im Hinterkopf. Und da wird es spannend werden zu sehen, wie Bain und Carlyle bei Osram Mehrwert schaffen wollen. Die Geschäfte sind für Osram schwierig. Der LED-Markt, auf dem vor einigen Jahren alle Hoffnungen der Branche ruhten, ist härter umkämpft als erwartet, die Preise stehen permanent unter Druck.

Nun schwächelt auch noch die Autobranche weltweit, wichtigster Abnehmer von Osram. Hinzu kamen hausgemachte Probleme wie schlechte Prognosen und der Verlust von Marktanteilen in einigen Segmenten. Offenbar waren andere Hersteller zeitweise innovativer. Auch das machte Osram anfällig für Übernahmeversuche. Die Vision von Konzernchef Olaf Berlien, Osram zu einem Photonik-Champion zu machen, der auch neue Anwendungsmöglichkeiten des Lichts nutzt, blieb bislang eher vage.

Darum sind viele Fragen offen: Soll sich Osram eher auf kleine, aber profitable Nischen konzentrieren oder verstärkt ins Massengeschäft gehen? Soll man noch stärker zum Autospezialisten werden oder die Abhängigkeit von der Branche verringern? Soll das Chipgeschäft, in dem Osram zur Weltspitze gehört, das aber sehr schwankungsanfällig ist, weiter ausbauen oder gar abspalten?

Für den Standort Deutschland wäre es gut, wenn Vorstand und Investoren  die richtigen Antworten finden und so Osram als eigenständiges IT-Unternehmen in einer IT-Branche erhalten.

Mehr: Bain und Carlyle bieten mehr als drei Milliarden Euro für den Lichtkonzern. Der Aufsichtsrat diskutiert die Offerte zeitnah, eine Investorenvereinbarung ist bereits ausgehandelt.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Die Osram-Übernahme ist eine große Herausforderung für die Finanzinvestoren

0 Kommentare zu "Kommentar: Die Osram-Übernahme ist eine große Herausforderung für die Finanzinvestoren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.