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Kommentar Die Pandemie wird alle Banken Europas an ihre Belastungsgrenze bringen

Es gibt keinen Grund mehr, mit dem Finger auf den Süden zu zeigen: Die Coronakrise wird alle europäischen Geldhäuser im Kreditbuch treffen.
02.04.2020 - 11:15 Uhr Kommentieren
Geldinstitute werden während der Coronakrise von den Regierungen in die Pflicht genommen, Firmen und Privatleuten mit Liquidität zu helfen. Quelle: Reuters
Finanzviertel in Mailand

Geldinstitute werden während der Coronakrise von den Regierungen in die Pflicht genommen, Firmen und Privatleuten mit Liquidität zu helfen.

(Foto: Reuters)

Die Banken in Italien, Spanien und Griechenland waren viele Jahre so etwas wie die Sitzenbleiber der Branche in Europa. Eine allzu sorglose Kreditvergabe an Unternehmen und private Immobilienkäufer in den Zeiten vor der Finanzkrise sorgte dafür, dass exorbitant viele Darlehen ausfielen, als es an den Märkten 2007/08 rundging und die heimischen Volkswirtschaften anschließend in die Euro-Schuldenkrise taumelten.

Der Abbau dieser Altlasten in den Bankbilanzen ging danach trotz steter Ermahnungen aus Brüssel nur schleppend voran, in vielen Fällen so schleppend, dass in Anbetracht dünner Kapitaldecken nur noch der ebenfalls klamme Staat helfen konnte. Prominente Beispiele sind der spanische Sparkassenriese Bankia und die italienische Traditionsbank Monte dei Paschi.

Nun droht sich die Geschichte zu wiederholen. In den mühsam aufgeräumten Kreditbüchern könnten sich erneut große Löcher auftun. Wie groß, wird man erst in einigen Jahren sehen. Dieses Mal sind die Banken allerdings nicht an der Misere schuld. Sie werden von den Regierungen geradezu in die Pflicht genommen, all jenen Firmen und Privatleuten mit Liquidität zu helfen, die durch die Corona-Pandemie und den großflächigen Shutdown in Not geraten sind.

Und das gilt für die Institute in Südeuropa genauso wie für die Geldhäuser etwa in Deutschland. Fest steht: Sie alle werden durch die Coronakrise verwundbar. Das bislang oft bemühte Bild der Zweiklassengesellschaft zwischen den schwachen Banken im Süden und den stabileren Geldhäusern in Mittel- und Nordeuropa – es trägt nicht mehr.

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    Die deutschen Banken haben den strategischen Vorteil, dass ihnen der Staat mit dem aufgespannten Rettungsschirm für die Wirtschaft hilft: Freiberufler und Soloselbstständige bekommen Zuschüsse, damit sie gar nicht erst in die Kreditfalle laufen. Und bei den Förderkrediten nimmt der Staat den Banken 80 bis 90 Prozent der Haftung ab.

    Das Restrisiko mag also im Einzelfall überschaubar sein. Und dennoch könnten sich die verbleibenden Summen schnell zu großen Beträgen summieren. Das wissen die Institute – und werben deshalb in Berlin weiter beherzt darum, die Haftungsgrenze noch weiter hochzusetzen.

    Von solchen Rahmenbedingungen können die Banken in Italien, Spanien und Griechenland nur träumen. Die Regierungen dort haben nicht die gleiche Finanzkraft. Deshalb wird Corona in den dortigen Bankbilanzen auch tiefere Spuren hinterlassen.

    Das aber ist kein Grund, erneut mit dem Finger Richtung Süden zu zeigen. Die Pandemie wird alle Banken gleichermaßen an ihre Belastungsgrenze bringen. Und sie am Ende vielleicht noch ein Stück näher zusammenrücken lassen.

    Mehr: Furcht vor Kreditausfällen: So geht es den Banken in Griechenland, Italien und Spanien

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