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Kommentar Die Pharmabranche erlebt eine bedenkliche Verschiebung der Macht

In der Coronakrise werden etliche Pharmakonzerne zur verlängerten Werkbank der Impfstoff-Pioniere – eine Entwicklung, die „Big Pharma“ und ihren Investoren zu denken geben sollte.
01.02.2021 - 15:49 Uhr Kommentieren
Angesichts der Impfstoffknappheit sind die Engagements hochwillkommen und für die Pharmagroßkonzerne eine Möglichkeit, öffentlichkeitswirksam Flagge im Kampf gegen die Pandemie zu zeigen. Quelle: imago images/Hans Lucas
Impfstoff-Entwicklung

Angesichts der Impfstoffknappheit sind die Engagements hochwillkommen und für die Pharmagroßkonzerne eine Möglichkeit, öffentlichkeitswirksam Flagge im Kampf gegen die Pandemie zu zeigen.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Die großen Pharmakonzerne engagieren sich immer intensiver in der Versorgung mit Impfstoffen und Medikamenten gegen Covid-19. Sie haben zwar an eigenen Arzneien und Impfstoffen nicht allzu viel zu bieten, bringen sich aber zusehends als Helfer für die erfolgreichen Entwickler aus dem Biotechbereich ins Spiel.

So hat Bayer nun angekündigt, das Tübinger Biotechunternehmen Curevac nicht nur in regulatorischen Fragen und beim Vertrieb, sondern auch bei der Produktion seines noch in Entwicklung befindlichen Vakzins zu unterstützen.

Bereits am Freitag gab der Baseler Konzern Novartis bekannt, dass er künftig Biontech bei der Produktion seines Covid-Impfstoffs Comirnaty unterstützt. In seinem Werk in Stein am Rhein wird Novartis den Impfstoff für Biontech in Ampullen abfüllen. Novartis kündigte weitere Kooperationen dieser Art an.

Einen ähnlichen Deal mit Biontech hatte wenige Tage zuvor auch Sanofi vereinbart. Der französische Konzern will 125 Millionen Dosen in seinem Werk in Frankfurt abfüllen und von Sommer an ausliefern.

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    Angesichts der Impfstoffknappheit sind die Engagements hochwillkommen und für die Pharmagroßkonzerne eine Möglichkeit, öffentlichkeitswirksam Flagge im Kampf gegen die Pandemie zu zeigen. In der deutschen Politik kursiert inzwischen sogar die Idee, die Pharmahersteller im Rahmen einer nationalen „Not-Impfstoffwirtschaft“ in die Pflicht zu nehmen.

    Bei den Covid-Impfstoffen deutet sich eine Verschiebung der Machtbalance an

    Doch so hilfreich ein solcher Einsatz von „Big Pharma“ auch sein mag – die Engagements beleuchten letztlich auch einen bedenklichen Trend aus dem Blickwinkel der Großkonzerne: In der Covid-Pandemie werden sie mehr und mehr zu Auftragsfertigern für die erfolgreicheren Biotechs degradiert. Biontech hielt es nicht einmal für nötig, die Verträge mit Sanofi und Novartis per Pressemitteilung zu kommunizieren. Das sagt einiges über die aktuelle Gefechtslage.

    Nachdem inzwischen weitere klinische Daten publiziert worden sind, zeichnet sich zusehends ab, dass junge Firmen wie Biontech, Moderna und eventuell auch Novavax und Curevac bei den Covid-Impfstoffen langfristig den Ton angeben werden.

    Der Aufstieg des Biotechsektors als Innovationslieferant und -treiber für die Arzneimittelindustrie ist dabei im Prinzip nichts Neues. Diese Entwicklung prägt die Pharmaindustrie schon seit mehr als zwei Jahrzehnten. Allerdings haben die großen Konzerne dabei stets ihre Position als unverzichtbarer Entwicklungspartner und auch als Türöffner zum Markt verteidigt.

    Im Falle der Covid-Impfstoffe deutet sich nun eine weitere Verschiebung der Machtbalance an. Big Pharma wird hier quasi zur verlängerten Werkbank der Biotechs. Das sollte den Arzneimittelriesen und ihren Investoren zu denken geben.

    Mehr: Wie Prämien die Lieferung der Impfstoffhersteller beschleunigen könnten

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