Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die Position der UBS im Steuerstreit ist gefährlich – in gleich doppelter Hinsicht

Auch nach dem Urteil im Steuerprozess sieht sich die UBS als Opfer der Justiz. Das dürfte der Großbank kaum helfen. Im Gegenteil.
Kommentieren
Die UBS kritisiert das Urteil des Gerichts weiter in aller Deutlichkeit. Quelle: Reuters
Logo der Schweizer Großbank

Die UBS kritisiert das Urteil des Gerichts weiter in aller Deutlichkeit.

(Foto: Reuters)

Obwohl ein französisches Gericht die UBS wegen Steuerhinterziehung zu 4,5 Milliarden Euro Strafe verurteilt hat, sehen sich die Schweizer weiter im Recht. Wie sehr sie von ihrer Sache überzeugt sind, lässt sich nun beziffern: Für die drohende Milliardenbuße hat die Bank 450 Millionen Euro zurückgestellt – ein buchhalterisches „Es-wird-schon-nicht-so-schlimm“. Zugleich kritisiert die Bank das Urteil als „nicht nachvollziehbar“. Das ist gleich doppelt gefährlich.

Durch die relativ kleine Rückstellung bleibt der Bank zwar zunächst mehr finanzieller Spielraum, etwa für Aktienrückkäufe. Doch bestätigen die nächsten Instanzen die Strafe, droht ein böses Erwachen: Dann müsste die Bank schlagartig Milliarden loseisen.

Zugleich sendet die Kritik am Urteil ein gefährliches Signal. Mag sein, dass sich die UBS in Frankreich nichts zu Schulden kommen ließ. Das Pariser Gericht sah es anders. Jetzt lautstark „Foul!“ zu rufen, dient vielleicht der Selbstvergewisserung des Managements.

Die Richter der höheren Instanzen dürften sich aber wenig begeistert zeigen. Etwas mehr Vertrauen in den Rechtsstaat der Nachbarn stände den Schweizern gut zu Gesicht.

Völlig fehlgeleitet wirkt da der Versuch mancher Eidgenossen, den Fall als Zeitenwende im Steuerstreit zu interpretieren. „Die Schweizer Banken sind keine Milchkühe“, kommentiert etwa die „NZZ“ – und wird dafür von Bankchef Sergio Ermotti via Twitter gelobt. Wilhelm Tell wäre stolz: Endlich wehren sich die Eidgenossen gegen das Joch der ausländischen Finanzbeamten!

In Bern wird sogar ernsthaft darüber diskutiert, ob „unberechtigte“ Strafen von der Steuer abziehbar sein sollen. Die Idee: Firmen können steuerlich geltend machen, wenn sie im Ausland zu einer Buße verdonnert werden – solange sie in gutem Glauben gehandelt haben.

Wieso eigentlich nicht? Versuchen Sie doch mal, Ihr nächstes Knöllchen aus dem Urlaub in der Steuererklärung zu verwenden. Schließlich gibt es in Deutschland ja auch kein Tempolimit auf der Autobahn.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Die Position der UBS im Steuerstreit ist gefährlich – in gleich doppelter Hinsicht

0 Kommentare zu "Kommentar: Die Position der UBS im Steuerstreit ist gefährlich – in gleich doppelter Hinsicht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.