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Kommentar Die Regierung muss die Riester-Rente endlich reformieren

Rund die Hälfte der förderberechtigten Arbeitnehmer, Beamten und Hausfrauen spart per Riester. Die Bürger brauchen ein einfaches, kostengünstiges Angebot mit realistischen Renditechancen.
29.07.2020 - 18:00 Uhr 2 Kommentare
Wie viel bleibt im Alter? Quelle: obs
Eine Handvoll Geld

Wie viel bleibt im Alter?

(Foto: obs)

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Bestand an Riester-Renten bröckelt seit Jahren ab. Laut Bundessozialministerium gibt es noch 16,5 Millionen Verträge für die geförderte private Altersvorsorge, vorrangig sind es Versicherungen. Rund ein Fünftel der Verträge ruht, wird also nicht bespart.

Die als starr, teuer und oft auch renditeschwach kritisierte Form der Altersvorsorge steckt in der Krise. Seit Langem fordern Branchenvertreter und Verbraucherschützer ein besseres System, um der abschmelzenden gesetzlichen Rente etwas entgegenzusetzen und der Altersarmut vorzubeugen.

Rund die Hälfte der förderberechtigten Arbeitnehmer, Beamten und Hausfrauen spart per Riester. Sie haben Milliarden von Euro in die Verträge gesteckt. Daher sollte die Bundesregierung in Berlin endlich Ernst machen mit der bereits im Koalitionsvertrag vor zweieinhalb Jahren versprochenen Reform der Förderrente.

Immerhin: Der Kuhhandel der Großen Koalition vor der Sommerpause – die CDU stimmt der Grundrente zu, die SPD lässt sich im Herbst auf eine Riester-Reform ein – lässt hoffen, dass endlich was passiert.

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    Die Vorschriften lockern

    Versicherungen und Fondsanbieter plädieren für eine Entrümpelung des komplizierten Fördersystems und eine Lockerung der Anlagevorschriften. Als unstrittig gilt inzwischen, dass es eine Standard-Riester-Rente zu niedrigen Kosten ohne die gesetzlich vorgeschriebene Kapitalgarantie geben muss, um höhere Renditen erzielen zu können.

    So verwundert auch der Trommelwirbel vom Hauptgeschäftsführer des Versicherungsverbands Jörg Asmussen nicht, der zu einer „Riester-Revolution“ aufruft. Für die Anbieter ist alles besser als die Abschaffung der Riester-Rente. Die fordern die Verbraucherzentralen. Sie schlagen eine „Extrarente“ vor, bei der Arbeitnehmer über ein staatlich organisiertes Standardprodukt vorsorgen. In diese Richtung geht auch die von der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen vorgeschlagene „Deutschlandrente“.

    Die CDU hat auf ihrem Parteitag Ende 2019 bereits Pflöcke eingeschlagen Richtung Standardisierung, Gebührendeckel, sanftem Zwang zum Riestern und Angeboten ohne Kapitalgarantie. Damit soll binnen drei Jahren eine um 30 Prozent breitere Akzeptanz der Förderrente erreicht werden. Ansonsten droht eine staatlich organisierte Lösung.

    In der SPD gibt es dagegen Ideen fernab der Riester-Rente. Um die notwendige zusätzliche Altersvorsorge attraktiver zu machen, müssen die Menschen in einen preiswerten Vertrag ohne Kapitalgarantie einzahlen dürfen. Je eher sich die Bundesregierung nach der parlamentarischen Sommerpause darauf einigt, umso schneller kann die Zeit für die Anleger arbeiten.

    Mehr: Politiker aus der CDU wollen Selbstständige in die Riester-Rente einbeziehen.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Die Regierung muss die Riester-Rente endlich reformieren"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "16,5 Millionen Verträge" und genauso viele CoronaApp Downloads?
      Zufall?
      Oder sind das etwas dieselben Leute?

    • "Rund die Hälfte der förderberechtigten Arbeitnehmer, Beamten und Hausfrauen spart per Riester. "
      Schon kurz nach Einführung standfest: Riestern ist die staatlich protegierte Enteignung durch Finanzhaie.

      Mit diesen Leuten kann ich kein Mitleid haben. Allerdings muss etwas getan werden, um die in Steueroasen versteckten Beitragsmilliarden der Allgemeinheit wieder nutzbringend zuzuführen. Meinethalben können auch die Beitragszahler was davon haben, sie sollen bloß die Klappe halten und nicht rumblöken: "Siehste! War gut, dass ich das gemacht habe."

      Nett, dass das HaBla den Fehler mal wieder aufs Tapet bringt.


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