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Flaggen der Europäischen Union vor dem Europa-Gebäude

Wird die Rettung der Wirtschaft so teuer, wie die hohen Summen suggerieren?

(Foto: dpa)

Kommentar Die Regierungschefs der EU haben von der EZB gelernt

Die EU hat beschlossen, 750 Milliarden Euro in die Wirtschaft zu pumpen. Doch es spricht viel dafür, dass die Rettung der Wirtschaft gar nicht so teuer wird.
27.07.2020 - 20:38 Uhr 1 Kommentar

Die Summen, mit denen sich die Regierungen weltweit gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise stemmen, nehmen immer gewaltigere Dimensionen an. Gerade erst hat die Europäische Union beschlossen, in den kommenden Jahren 750 Milliarden Euro in die Wirtschaft zu pumpen.

In den USA werden die Ausgaben für Konjunkturpakete nur noch in Billionensummen gerechnet. Es ist verständlich, dass dieses Zahlengewitter bei vielen Menschen Unbehagen auslöst und die Sorge, wie das jemals zurückzuzahlen ist.

Doch es spricht viel dafür, dass die Rettung der Wirtschaft gar nicht so teuer wird, wie es die kolportierten Summen suggerieren. Die Ankündigungen haben vor allem ein Kalkül: die Märkte zu beruhigen. Wenn die Investoren weiterhin sicher sind, dass die Regierungen alles zur Bekämpfung der Krise tun, verleihen sie auch weiter Geld zu günstigen Konditionen.

Das hat der Deal von Brüssel gezeigt: Allein die Aussicht auf eine gemeinsame Strategie in Europa hat die Gemeinschaftswährung steigen und die Risikoaufschläge für Italien fallen lassen. Schafft es die EU, Sorgen der Märkte zu zerstreuen, dass das Geld nicht rechtzeitig in den bedürftigen Ländern ankommt, dürfte die positive Stimmung an den Anleihemärkten anhalten.

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    Das wiederum trägt dazu bei, dass ein erheblicher Teil der als Kredite zugesagten EU-Hilfen von vielen EU-Ländern womöglich gar nicht abgerufen wird. Statt der 750 Milliarden reichen, wenn es gut läuft, auch 450 bis 650 Milliarden Euro EU-Gelder. 

    Dass Unsicherheit die teuerste aller Optionen ist, haben die Regierungschef von den Notenbanken gelernt. Die Federal Reserve in den Vereinigten Staaten, die Europäische Zentralbank (EZB) und Co. haben anders als in der Finanzkrise sofort und beherzt mit Anleihekäufen gegengesteuert und eine neue Euro-Krise zumindest vorerst verhindert.

    Dass es dabei auf Nuancen ankommt, musste die neue EZB-Chefin Christine Lagarde erfahren. Sie hatte im März durch einen unbedachten Satz die Zweifel der Märkte an dem fortgesetzten „Whatever it takes“ der Europäischen Zentralbank aufkommen lassen – und hätte damit den Erfolg des Anleihekaufprogramms beinahe gefährdet.

    Ein Fehler, den auch die „sparsamen Vier“ unter den EU-Mitgliedstaaten, das heißt Österreich, Dänemark, Schweden und die Niederlande, beinahe begangen hätten. Doch die mutigen Dimensionen des Rettungspakets stärken das Vertrauen der Investoren in Europa.

    Mehr: Lagarde versteckt sich wie Draghi allzu sehr hinter dem Mandat der Preisstabilität.

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    • Das Wort Rückzahlung ist nur ein Lippenbekenntnis, es dringt nicht in seiner Bedeutung ins Gehirn, d.h. in Lösungsansätze, vor. Rückzahlung ist Unsinn, es nimmt dem Geldkreislauf die Dynamik. Besser wäre die schleichende Entwertung zu nutzen, die bei einer milden jährlichen 2% Inflation entsteht. 100 Euro heute, Laufzeit 100 Jahre, Zinsen Null, würden in 100 Jahren nur noch einen Wert von circa € 13,26 haben. Investiert man in Infrastruktur und Forschung, steigt der Wohlstand erheblich. Jedoch kein Geld für Champagner, Austern und leichte Mädchen, nur für Infrastruktur, Wohnen und Forschung.

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