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Kommentar Die Reimanns gehen mit der Coty-Übernahme ein Risiko ein

Die Investmentgesellschaft der Milliardärsfamilie will sich die Kontrolle beim Kosmetikhersteller sichern. Doch die Sanierung von Coty wird schwierig.
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Rund 1,7 Milliarden Dollar könnte die Reimanns die Aufstockung auf 60 Prozent kosten. Quelle: Reuters
Kosmetik von Coty

Rund 1,7 Milliarden Dollar könnte die Reimanns die Aufstockung auf 60 Prozent kosten.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie deutsche Milliardärsfamilie Reimann setzt zum nächsten Wurf an: Ihre Investmentgesellschaft JAB will die Mehrheit an dem US-Kosmetikherstellers Coty übernehmen, an dem sie bereits 40 Prozent hält. Rund 1,7 Milliarden Dollar könnte die Aufstockung auf 60 Prozent kosten.

Den Aktionären wird ein satter Aufschlag von 51 Prozent über dem Durchschnittskurs der letzten 30 Tage geboten. Der Schritt sei eine Frage der „Reputation“, ließ Peter Harf wissen, der 72-jährige JAB-Chef und Vertraute der Familie.

Man könnte auch sagen: Es geht um den guten Ruf. Schließlich hat JAB den seit drei Jahren andauernden Kursrutsch bei Coty mitverursacht. Der Großaktionär hat Coty in ein Abenteuer gelockt: die Übernahme von 41 Marken von Procter & Gamble. Von dem 12,5-Milliarden-Dollar-Deal hat sich Coty bis heute nicht erholt.

Harf bietet nun Coty-Aktionären, die nicht an die Sanierung glauben, eine lukrative Ausstiegsgelegenheit. Für JAB hingegen erhöht er das Risiko. Zwar kommt der Kurssprung, den sein Angebot ausgelöst hat, auch dem Wert der bislang schon im Portfolio befindlichen Coty-Aktien zugute. Allein am Dienstag konnte JAB so einen rechnerischen Gewinn von 360 Millionen Euro feststellen.

Harf zeigt bislang jedoch keine Perspektive auf, wieso es ihm, der bis 2001 selbst Coty-Chef war, mit einer etwas größeren Aktienmehrheit gelingen sollte, aus dem Verwaltungsrat heraus für die Wende zu sorgen. Dabei braucht es klare Signale, damit die Kurserholung mehr als ein Strohfeuer ist. Die Ratingagenturen prüfen bereits, ob sie JAB herabstufen. Harf hat zudem vor einem Monat seinen engsten Partner, Bart Becht, verloren.

Dieser wollte offenbar auf neue milliardenschwere Investitionen vorerst verzichten. Für Harf geht es ums Vermächtnis: Schafft er die Wende bei Coty, festigt er seinen Ruf als brillanter Wertsteigerer. Wenn nicht, erschwert er den absehbar anstehenden Generationswechsel bei JAB.

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