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Kommentar Die Renaissance des Thüringer Kali-Bergbaus ist kein Selbstläufer

Eine australische Firma will die Vorkommen im Harz nachhaltig und profitabel erschließen. Die Standortbedingungen machen es trotz der Chancen schwer.
08.02.2021 - 20:00 Uhr Kommentieren
Im Kalibergwerk von K+S: Australische Firma will im benachbarten Thüringen im Sommer nach Salzproben bohren. Quelle: PR
Deutsche Kalilagerstätten

Im Kalibergwerk von K+S: Australische Firma will im benachbarten Thüringen im Sommer nach Salzproben bohren.

(Foto: PR)

Die australische Firma Davenport Ressources hat sich vorgenommen, den Kalibergbau in Thüringen wiederzubeleben. Das klingt nach einem großen Zukunftsprojekt. Eine strukturschwache Region könnte wirtschaftlich profitieren, ein neuer Spieler im europäischen Kalimarkt eine wichtige Rolle spielen. Und dabei soll das ganze Projekt umweltschonend und CO2-neutral umgesetzt werden.

Die Ziele der australischen Explorationsfirma sind ambitioniert. Das müssen sie auch sein, um einerseits entsprechende Investoren anzuziehen und andererseits auch die Öffentlichkeit für das Projekt gewinnen zu können.

Denn die Umweltbelastung durch den Kalibergbau in Hessen und Thüringen ist seit vielen Jahrzehnten ein großes Konfliktthema zwischen Behörden, der Öffentlichkeit und dem Kalibergbauunternehmen K+S, auch wenn man sich in den vergangenen Jahren aufeinander zubewegt hat.

Auch Davenport Resources wird zum Thema Umweltbelastung noch viele Gespräche führen müssen. Möglicherweise unterschätzen die Australier bei ihrem Projekt schon Proteste und Klagen von Umweltschützern, die ihre Pläne um Jahre verzögern könnten.

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Standort erkennen

    Aber selbst wenn es den Australiern gelänge, alle Genehmigungen bis zum Bau eines Bergwerks zu bekommen und dieses dann so umweltschonend wie angekündigt produzieren könnte, hat die Rechnung noch viele Unbekannte.

    Eine ist, ob der Preis, zu dem das Unternehmen produzieren kann, überhaupt wettbewerbsfähig ist. K+S etwa hat im internationalen Vergleich die höchsten Herstellungskoten, weil das Unternehmen hohe Entsor‧gungs-, Lohn- und Energiekosten hat. Diese Standortbedingungen gelten grundsätzlich auch für einen Bergbauanbieter in Thüringen.

    Die zweite Unbekannte ist, wie sich der Kalipreis entwickeln wird. Erfahrungsgemäß pendeln sich im oligopolistischen Kalimarkt Nachfrage, Preis und Kapazitäten immer wieder ein. Steigt der Preis beispielsweise über einige Monate an, bauen die Anbieter zügig ihre Kapazitäten aus, und der Preis sinkt wieder.

    Es gibt absehbar keine Kaliknappheit auf der Welt. Noch gibt es genug Vorkommen in Russland und Nordamerika, die vergleichsweise schnell erschlossen werden können. Die australische Firma Davenport Resources muss also noch viel Überzeugungsarbeit leisten, um erfolgreich im Markt mitspielen zu können.

    Mehr: Australisches Unternehmen will Thüringer Kali-Vorkommen erschließen.

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