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Kommentar Die Risikovermeidung der Versicherungen ist ein Alarmsignal

Die Kurswende der Versicherer sollte Anleger besonders interessieren – denn eine für den Kapitalmarkt bedeutende Branche bereitet sich auf schlechtere Zeiten vor.
26.09.2019 - 07:48 Uhr 1 Kommentar
Die Risikovermeidung der Versicherungen ist ein Alarmsignal Quelle: Unsplash
Bürogebäude

Versicherungskonzerne investieren breit – unter anderem in Immobilien – um sich abzusichern.

(Foto: Unsplash)

Es ist eine Kurswende, die an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig lässt. Im vergangenen Jahr wollte noch praktisch jeder zweite große Versicherer weltweit mehr Risiko bei der Geldanlage eingehen. Nur ein Jahr später ist von diesem Wagemut kaum mehr etwas zu sehen.

Stattdessen hat sich der Fokus der Assekuranzen plötzlich deutlich verschoben, wie aus einer Umfrage des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock unter den großen Häusern der Branche hervorgeht. Den Versicherern, die traditionell zu den größten Kapitalanlegern der Finanzbranche zählen, geht es nun vor allem darum, das Portfolio wetterfest zu machen.

Der Schritt sollte Anleger gleich aus mehreren Gründen aufhorchen lassen. Zum einen ist die Bedeutung für den Kapitalmarkt nicht zu unterschätzen, wenn eine Branche, die bis zum Jahr 2020 nach Schätzungen rund 35 Billionen Dollar an Vermögen verwaltet, plötzlich vorsichtiger wird und anfängt, sich auf eine Rezession vorzubereiten.

Zum anderen beinhaltet der neue Kurs bei der Kapitalanlage auch eine warnende Botschaft an alle deutschen Lebensversicherten – und das sind mehr als 80 Millionen Menschen in Deutschland. Denn die Branche flüchtet nicht aus allen risikostarken Anlagen. Sie sucht sich ihre Beteiligungen nur wesentlich gezielter aus und geht immer stärker in Investments abseits des Mainstreams wie Infrastrukturprojekte und Private Equity. Das Know-how und die Kapitalstärke dafür hat jedoch beileibe nicht jeder deutsche Versicherer.

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    Die Kluft zwischen den Assekuranzen wird sich damit verstärken. Noch immer dominieren im Bestand der deutschen Versicherer Policen mit fester Zinsgarantie. Firmen, die nicht in der Lage sind, auf neuen Feldern höhere Renditen zu finden, wird es schwerfallen, mit der Konkurrenz mitzuhalten. Der Bund der Versicherten sieht zwölf Lebensversicherer schon im roten Bereich. Doch auf diesen Policen ruht die Hoffnung vieler Deutscher in der privaten Altersvorsorge.

    Mehr: Vergangenes Jahr war der Risikoappetit der führenden Versicherer auf der Suche nach Rendite noch groß. Doch jetzt deutet sich eine Trendwende an.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Die Risikovermeidung der Versicherungen ist ein Alarmsignal"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr geehrter Herr Herz,

      Sie sagen es nicht so deutlich, sind aber wohl unausgesprochen der Meinung, man könne den Risiken des Aktien- und des Rentenmarktes entfliehen. Sind denn die einzelnen Anlageklassen wirklich nicht miteinander vernetzt?

      Machen wir doch einfach einmal ein Beispiel für einen crash. In unserem Beispiel blicken wir nach China, ein Land das weit von uns entfernt ist. Aber dort haben wir eine riesige Immobilienspekulation. Millionen von Chinesen haben Häuser und Wohnungen und deren Preise über viele Jahre hinweg in immer luftigere Höhen getrieben. Die meisten dieser Spekulationsobjekte wurden mit wurden mit Bankkrediten finanziert.

      Schön und gut. Aber was ist, wenn die Spekulationswelle eines Tage zu Ende geht? Was ist, wenn es von nun an abwärts mit den Wohnungspreisen geht? Nun machen plötzlich alle Wohnungskäufer Verluste. Und mit ihnen die chinesischen Banken, die die Verlustbringer finanziert haben. Nun wollen sich plötzlich alle Immobilienkäufer von ihrer Immobilie trennen, so dass es zu riesigen Verkaufswellen kommt. Und bei den chinesischen Banken türmen sich die Verluste immer höher.

      Schon lange vor der ersten Pleite eines chinesischen Bankinstituts flüstern sich die Kapitalmarktanleger weltweit gegenseitig zu, dass die chinesichen Pleitekandidaten in Geschäftsverbindungen zu europäischen und amerikanischen Bankinstituten stehen. Damit kommt es zu einer weltweiten Flucht aus den Banken. Bankaktien werden säckeweise abgestoßen, alles muß raus. Nicht Morgen, sondern sofort. Und bei allen Banken werden die Kundengelder in Panik abgezogen. Jetzt zählt nur noch cash, weil nur cash vor der eigenen Pleite schützt.

      Und jetzt, Herr Herz, haben Sie Anschauungsmaterial. Nun können Sie selbst einschätzen, was die Anleger in ihrer panischen Jagd nach cash wohl tun werden. Sagen die wirklich, meine Beteiligungen an Hedgefonds und private equity habe ich so lieb, dass ich sie auf keinen Fall verkaufen möchte?

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