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Kommentar Die Saudis brauchen ein neues Geschäftsmodell

Dass Saudi Aramco, der weltgrößte Ölkonzern, die zugesagte Dividende zahlt, zeichnet ihn gegenüber Rivalen aus. Doch auf Dauer kann das nicht gut gehen.
03.11.2020 - 16:59 Uhr Kommentieren
Der Staatskonzern hat die Krise besser überwunden als die meisten Konkurrenten. Quelle: Reuters
Öltanks von Saudi Aramco

Der Staatskonzern hat die Krise besser überwunden als die meisten Konkurrenten.

(Foto: Reuters)

„Denn eins ist sicher: die Rente.“ Dieser Spruch des verstorbenen früheren deutschen Arbeitsministers Norbert Blüm erfährt jetzt am Golf seine Wiederauferstehung: Trotz eines heftigen Gewinneinbruchs hält Saudi Aramco an seiner Zusage fest, erneut 18,8 Milliarden Dollar Quartalsdividende zu zahlen.

Das bringt den erst Ende 2019 mit dem weltgrößten Börsengang an den Aktienmärkten gestarteten saudischen Staatskonzern in die Königsklasse der verlässlichen Dividendenzahler.

Und auch ein Blick in das am Dienstag vorgelegte Zahlenwerk des weltgrößten Ölkonzerns enthält Verblüffendes: So ist der Quartalsgewinn gegenüber dem Vorjahr zwar um fast 45 Prozent Corona-bedingt eingebrochen. Doch Aramco macht im Gegensatz zum westlichen „Big Oil“ weiter Milliardengewinne.

Der Konzern hat von Juli bis September das tiefe Tal der Tränen der Coronakrise durchschritten, Umsatz und Gewinn ziehen wieder deutlich an. Und der Branchenprimus hängt seine Rivalen ab und demonstriert seine Überlegenheit gegenüber den amerikanischen und europäischen Wettbewerbern, aber auch den – teilweise mehrheitlich staatlichen – russischen Rivalen.

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    Dass die Dividende höher ausfällt als der eingestrichene Profit, schwächt aber den Konzern dauerhaft. Das Unternehmen bedient seine Anteilseigner, also zu 95 Prozent den saudischen Staat, aus der Substanz. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Weder für Aramco noch für Saudi-Arabien.

    Der Ölkonzern kann nicht weiter die Melkkuh des Königreichs sein, wenn er die Transformation zu einem modernen Energieunternehmen in Zeiten des Klimawandels meistern und finanzieren will. Er braucht das erwirtschaftete Geld für Investitionen. Und die größte Volkswirtschaft am Golf benötigt ein neues Geschäftsmodell – eines, das nicht mehr allein am Tropf von Aramco hängt.

    Dabei ist Saudi Aramco keineswegs der Dinosaurier, für den viele einen Ölkonzern dieser Größe halten. Der Konzern aus der Wüste hat mit großen Investitionen in das Einlagern von CO2 den Weg beschritten, quasi „klimaneutrales“ Erdöl zu produzieren. Und mit der ersten Lieferung von „blauem“, also aus Kohlenwasserstoffen produziertem Ammoniak nach Japan ist Aramco Teil der Wasserstoffstrategie.

    Aramco ist ein wichtiger Treiber von Innovationen im Öl- und Gassektor und damit fortschrittlicher und zukunftsfähiger als so manche Wettbewerber. Der Ölgigant sollte seine Milliarden noch mehr in Innovationen und Forschung investieren und Slogans der Branche wie „beyond oil“ Realität werden lassen. Wenn auch die Verlässlichkeit einer Dividendenzusage in diesen Zeiten ein nicht zu unterschätzendes Gut ist.

    Mehr: Saudi-Arabiens Staatsfonds schwenkt um

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