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Kommentar Die Schieflage von Germania ist eine Mahnung an die ganze Branche

Die Schieflage der kleinen Berliner Airline ist ein Signal an die Luftfahrtindustrie, sich mehr in Bescheidenheit zu üben. Das Wachstum über den Wolken hat Grenzen.
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Die Fluggesellschaften müssen sich vom Gedanken endlosen Wachstums lösen. Quelle: dpa
Germania-Flugzeug

Die Fluggesellschaften müssen sich vom Gedanken endlosen Wachstums lösen.

(Foto: dpa)

Air Berlin, Primera Air, Small Planet sind pleite, Germania hat massive finanzielle Probleme – die europäische und deutsche Luftfahrtindustrie erleben ihre wohl schwierigste Phase seit dem Zweiten Weltkrieg. Nicht mal die schrecklichen Terrorattacken im September 2001 und die Finanzkrise haben solche Verwerfungen zur Folge gehabt, wie sie aktuell zu beobachten sind.

Die von den Airline-Managern immer wieder genannten Gründe sind weithin bekannt. Engpässe bei Systempartnern wie den Flughäfen (Boden- und Sicherheitspersonal, aber auch Grenzschützer) oder der Flugsicherung (Lotsen) haben massive Flugausfälle und -verspätungen zur Folge, die wiederum hohe Entschädigungszahlungen und Sonderaufwendungen verursachen. Und die Flugzeughersteller können neu entwickelte Jets nicht wie geplant ausliefern, weil es technische Schwierigkeiten gibt.

Alles das ist richtig und setzt den Fluggesellschaften mit einer nie da gewesenen Macht zu. Über all dem steht letztlich aber etwas anderes: Mit ihrem Wachstum seit vielen Jahren haben die Airlines das komplexe System schlicht überfordert, und das an allen Ecken und Enden.

Natürlich ist es verständlich, dass die Airline-Manager nun zuallererst auf ihre Partner zeigen, fordern, dass die Hausaufgaben dort endlich erledigt werden. Aber ebenso gilt: Die Fluggesellschaften müssen endlich erkennen, dass grenzenloses Wachstum keinem etwas bringt – dem verspätungsgeplagten Kunden nicht, der fein austarierten Wertschöpfungskette Luftfahrt nicht und der Umwelt schon gar nicht.

Die Pleiten und Probleme von immer mehr Airlines sind eine deutliche Mahnung an die Branche, mehr Bescheidenheit zu üben. Es ist Zeit für eine Atempause – sowohl beim Wachstum als auch beim immer irrer werdenden Preiskampf. Die Gelegenheit dafür ist jetzt da. Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich. Das bietet die Möglichkeit, die eigene Industrie wieder auf ein Normalmaß zu konsolidieren, bei dem Fliegen allen wieder Spaß macht.

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