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Kommentar Die Sonderprüfung bei Wirecard ist ein überfälliger Schritt

Der Zahlungsdienstleister tut gut daran, eine Sonderprüfung der gravierenden Vorwürfe einzuleiten – wenn diese nicht schon zu spät kommt.
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Das Geschäftsmodell des Zahlungsdienstleisters ist schwer zu durchdringen. Quelle: Reuters
Wirecard

Das Geschäftsmodell des Zahlungsdienstleisters ist schwer zu durchdringen.

(Foto: Reuters)

Am Ende ist Wirecard-Chef Markus Braun offenbar zur Vernunft gekommen. Stimmen die Signale, die über das Wochenende aus Aschheim gesendet wurden, dann wird der Zahlungsdienstleister endlich eine externe Sonderprüfung des gravierenden Verdachts der Bilanzfälschung in die Wege leiten. Die Erkenntnis hat lange auf sich warten lassen – zu lange für einen Dax-Konzern.

Ja, eine Sonderprüfung ist vor dem Hintergrund abgesegneter Bilanzen schmerzlich. Und ja, selbst bei positivem Ergebnis ist nicht garantiert, dass die „Financial Times“ (FT) keine weiteren neuen Vorwürfe erhebt. Aber klar ist auch: Das bisherige Agieren à la „Hier ist alles geprüft, hier gibt es nichts zu sehen, und die ,FT‘ steckt sowieso mit Shortsellern unter einer Decke“ ist an einem Punkt angelangt, der selbst wohlgesinnte Investoren und Beobachter ratlos zurücklässt.

Wirecard agiert unter verschärften Bedingungen. Die Firma wurde in 15 Jahren vom Start-up zum Dax-Konzern und will 30 Prozent jährlich wachsen. Ein solcher Erfolg ist in der „Old Economy“ Deutschland ein Novum und macht naturgemäß neugierig. Das Geschäftsmodell ist schwer zu durchdringen: Wirecard stellt keine Dübel her, sondern schickt Geld rund um den Globus und agiert in fernen Ländern nicht mit eigener Lizenz, sondern mit Partnerfirmen. In der Frühphase hat der Konzern für Glücksspiel-, Trading- und Porno-Anbieter Zahlungen abgewickelt, nun will er zum erfolgreichsten deutschen Techkonzern seit SAP aufsteigen.

Das bringt neue Verantwortung mit sich, ob es der Konzernspitze gefällt oder nicht. Wer in der ersten Börsenliga mitspielen will, muss aktiv, gelassen und mit offenem Visier auf kritische Berichte, Gerüchte und Shortselling-Attacken reagieren. Wirecard hat sich zu lange abgeschottet, Kursgewinne gefeiert und Compliance wie Kommunikation vernachlässigt. Nun steht der Konzern vor seiner wohl größten Herausforderung. Die Antwort kann nicht Aktienrückkauf lauten, sondern maximale Transparenz.

Mehr: Doppelstrategie gegen die Krise: Wirecard kämpft gegen schwere Vorwürfe der „Financial Times“. CEO Braun attackiert die Zeitung – und startet einen Aktienrückkauf.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Die Sonderprüfung bei Wirecard ist ein überfälliger Schritt"

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  • Lieber Redakteur Felix Holtermann, Sie scheinen unbändige Freude an einer Privatfehde mit der Wirecard AG zu haben. Folgen Sie Ihrem Vorbild Dan McCrum? Dieser Herr wird wohl weitermachen, bis ihm die Länder ausgehen, in denen Wirecard tätig ist. Zu einigen Vorgängen die er ausgelöst hat, laufen Ermittlungen, wohlgemerkt gegen den FT-Autor und sein Umfeld – nicht gegen Wirecard. Auch bekannt ist die Tatsache, dass der Staatsanwaltschaft München Aussagen eines Bankers vorliegen, dass ihm bereits vor Veröffentlichung des ersten FT-Artikels Inhalt und Zeitpunkt bekannt war.
    Außerdem hat inzwischen ein FT-Informant eingeräumt, dass er bewusst falsche Angaben gemacht hat. Man habe ihn dafür bezahlt. Die belastenden Unterlagen habe man ihm zugespielt, damit er sie dann weiterreichen könne.
    Sie beziehen sich in Ihrem Kommentar also auf einen windigen Schreiberling und Gerüchte, haben weder Fakten noch Beweise. Armselig!
    Wenn das Geschäftsmodell für Sie schwer zu durchdringen ist, liegt das sicher nicht am Geschäftsmodell.
    „Wirecard stellt keine Dübel her,“ und die weiteren Ausführungen sind des Handelsblattes nicht würdig.
    Wirecard hat noch nie Geld um den Globus geschickt. Wirecard war noch im Pornogeschäft tätig!

    Auf welches Niveau begeben Sie sich? Kommen Sie bitte zur Vernunft!