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Kommentar Die Sparpläne von Unicredit sind ein Warnsignal für die deutschen Banken

Die Umbaupläne des italienischen Geldhauses machen deutlich, dass niemand hierzulande auf die angeblich so krisenanfälligen italienischen Banken herabblicken sollte.
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Die italienische Großbank will 8.000 Stellen streichen Quelle: Reuters
Jean Pierre Mustier, der Vorstandschef von Unicredit

Die italienische Großbank will 8.000 Stellen streichen

(Foto: Reuters)

Vor ein paar Tagen haben die Berater von Bearing Point eine Studie zum europäischen Bankenmarkt mit ziemlich deprimierenden Ergebnissen veröffentlicht. Kurz zusammengefasst sieht das unerfreuliche Fazit so aus: Viele europäische Banken kommen nicht recht vom Fleck, und die deutschen Institute hinken dem lahmenden Tross noch hinterher.

Dass es sich dabei nicht um Schwarzmalerei von Beratern handelt, die die Misere gerne in besonders düsteren Farben ausmalen, um den ein oder anderen Auftrag zu ergattern, beweisen die Umbaupläne der italienischen Großbank Unicredit. Vorstandschef Jean Pierre Mustier will noch einmal 8.000 Jobs streichen, zwölf Prozent aller Stellen. Außerdem will Mustier 500 Filialen schließen. All das, um sich auf die raueren Marktbedingungen in der Eurozone vorzubereiten.

Dabei hat Mustier bereits bei seinem Amtsantritt Ende 2016 einen großen Umbauplan auf den Weg gebracht. Damals mussten 14.000 Mitarbeiter gehen - beinahe 1.000 Filialen fielen weg.

Was den deutschen Bankchefs zu denken geben sollte: Unicredit galt nach diesem Kraftakt quasi als saniert.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres verdiente die italienische Großbank 3,3 Milliarden Euro und erzielte einen Eigenkapitalrendite von 8,7 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Deutschen Bank dümpelte die Eigenkapitalrendite bei 1,1 Prozent vor sich hin. Die Commerzbank schnitt mit vier Prozent zwar besser ab, ist aber ebenfalls weit davon entfernt, ihre Kapitalkosten zu verdienen.

Aus den Umbauplänen von Unicredit lassen sich zwei Lehren ziehen. Erstens: Die Tatsache, dass Mustier in seiner vergleichsweisen komfortablen Lage ein neues Sparprogramm auf den Weg bringt, zeigt, wie steinig der Weg für die deutschen Banken mit ihren neuen Strategien wird.

Zweitens: Es gibt für deutsche Banker, Aufseher und Politiker keinerlei Grund, auf die angeblich so krisenanfälligen italienischen Banken herabzublicken.

Mehr: ING-Chef warnt vor schwachen deutschen Banken

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