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Kommentar Die Sperrung von Clubhouse zeigt, wie groß die Angst Pekings vor seinen Bürgern ist

Die Blockade der App in China kommt nicht überraschend. In den vergangenen Jahren ist die Zensur in der Volksrepublik immer heftiger geworden.
09.02.2021 - 18:21 Uhr Kommentieren
Seitdem Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping an der Macht ist, ist die Zensur in der Volksrepublik immer heftiger geworden. Quelle: Reuters
Clubhouse-App

Seitdem Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping an der Macht ist, ist die Zensur in der Volksrepublik immer heftiger geworden.

(Foto: Reuters)

Es war ein kurzer Moment der Freiheit, den die Menschen in China am vergangenen Wochenende genießen konnten. Freiheit, in einem sozialen Netzwerk mit anderen Menschen zu diskutieren. Über alles.

Auch über die Themen, über die in dem Einparteienstaat nicht im Netz diskutiert werden darf: die Menschenrechtsvergehen an der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang, die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens, das Vorgehen Pekings in Hongkong, das Verhältnis zu Taiwan.

Am Dienstag bot sich dann ein trauriges Bild: Statt vieler verschiedener Diskussionen war innerhalb von Chinas „Großer Firewall“ auf der Clubhouse-App nur noch eine blanke Seite zu sehen. Der kurze Moment der Freiheit war so schnell wieder vorbei, wie er begonnen hatte. Die Zensurschranke war gefallen.

Die Diskussionen hatten der Welt für einen kurzen Augenblick einen nahezu unverstellten Blick auf die Ansichten von Chinesen gewährt. Den Chinesen erlaubte er den ungefilterten Austausch.

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    Die heftige Unterdrückung der freien Meinungsäußerung – und sei es nur in einem so begrenzten Raum wie Clubhouse – zeigt einmal mehr, wie viel Angst die chinesische Regierung vor ihren eigenen Bürgern hat. Denn eines ist klar: Die Menschen, die zu diesen Diskussionen Zugang hatten, das war nicht die große Mehrheit der 1,4 Milliarden Chinesen, sondern nur ein sehr kleiner Teil. Jene, die ein iPhone haben; jene, die irgendwie an eine Einladung rangekommen sind.

    Der blockierte Zugang zu internationalen Medien

    Seitdem Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping an der Macht ist, ist die Zensur in der Volksrepublik immer heftiger geworden. Und die Liste der Tabuthemen immer länger.

    Bislang funktioniert die strenge Meinungskontrolle in der Volksrepublik in weiten Teilen. Pressefreiheit für lokale Medien existiert nicht, der Zugang zu internationalen Medien ist blockiert. Und so glauben tatsächlich nicht wenige im Land dem Narrativ der Kommunistischen Partei (KP), dass Berichte über Menschenrechtsvergehen in Xinjiang Lügen des Westens sind.

    Sie glauben, dass das Ausland ihnen den Aufstieg nicht gönnt. Nationalismus ist der Kitt, der das Land zusammenhalten und von Verfehlungen der Führung ablenken soll.

    In China will der Staat bestimmen, welche Meinungen eine breite Öffentlichkeit erreichen – und welche nicht. Wer ein soziales Netzwerk betreiben will, muss sich selbst zensieren. Das meiste wird gleich über automatisierte Schlagwortprogramme herausgefiltert. Zusätzlich durchkämmen Mitarbeiter der sozialen Netzwerke die Konversationen der Menschen.

    Es ist ein engmaschiges System, von dem Clubhouse kein Teil war. Die Blockade war daher leider nur eine Frage der Zeit.

    Mehr: Datenschützer fordern Antworten von Clubhouse-App-Betreibern

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