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Kommentar Die staatliche Umklammerung verhindert die Revolution in Russlands IT-Sektor

Russische Tech-Konzerne sind hochinnovativ und könnten Partner für das Silicon Valley werden. Doch die Nähe zum Kreml ist ein Sicherheitsrisko.
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US-Geheimdienste warnen vor den IT-Tüftlern aus Russland. Quelle: dpa
IT-Unternehmen

US-Geheimdienste warnen vor den IT-Tüftlern aus Russland.

(Foto: dpa)

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – das wusste schon der Gründer der untergegangenen Sowjetunion, Wladimir Iljitsch Lenin. Der Altkommunist ist gerade in der modernen IT-Industrie mit dieser Erkenntnis hochaktuell. Denn es sind genau dieses mangelnde Vertrauen und die bis heute anhaltende Kontrollwut des Staates, die die russische Internetwirtschaft hemmen.

Einerseits sind russische IT-Experten sehr innovativ, so mancher Internetkonzern im Osten ist weiter als die Wettbewerber im Silicon Valley. Insofern müssten deutsche oder amerikanische Software- oder E-Commerce-Firmen hochgradig interessiert sein an Kooperationen und Übernahmen.

Dazu bräuchten sie aber Vertrauen in russische Partner. Sie sollten sich an Lenin halten und genau kontrollieren, mit wem sie sich einlassen. Hinter den hochgradig talentierten Tüftlern stecken staatlicher Kontrollwahn im russischen Internet, die berüchtigte Troll-Armee aus Sankt Petersburg, die sich per Social Media im westlichen (politischen und wirtschaftlichen) Wettbewerb einmischt und massive Industriespionage.

Schlapphüte mit Tastaturen bewaffnet: US-Geheimdienste warnen vor einem Engagement in der Hightech-Stadt Skolkowo bei Moskau, die statt ein russisches Silicon Valley zu sein, zur Hochburg der IT-Spionage verkomme.

Dadurch gerät Russland in Gefahr. Das Land muss sich dringend aus seiner Abhängigkeit von Rohstoffexporten befreien. Solange die Staats-Umklammerung des IT-Sektors aber anhält, werden russische Internetfirmen nicht so stark wachsen, wie es für den Wandel des Landes nötig ist. Die klugen Köpfe werden – bedrängt durch Wachstumsgrenzen und politische Gängelung – ihre Chance im Ausland suchen, wie schon die Eltern von Google-Gründer Sergey Brin.

Lenin hat Russland die Revolution gebracht – heute braucht es eine Rebellion der Erfinder und IT-Pioniere, soll das Riesenreich in Moderne und Prosperität ankommen.

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