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Kommentar Die Stahlallianz allein wird die Branche nicht retten

Die Bundesländer wollen die Hersteller mit Forschungsförderung und Klimaentlastungen stützen. Doch das hilft denen wenig im globalen Wettbewerb.
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Die deutschen Hersteller stehen vor einer Doppelbelastung: Einerseits müssen sie die Kosten für den Emissionsrechtehandel aufbringen. Andererseits müssen sie an neuen Technologien forschen, um den CO2-Ausstoß ihrer Produktion weiter zu senken. Quelle: dpa
Stahlkocher in Salzgitter

Die deutschen Hersteller stehen vor einer Doppelbelastung: Einerseits müssen sie die Kosten für den Emissionsrechtehandel aufbringen. Andererseits müssen sie an neuen Technologien forschen, um den CO2-Ausstoß ihrer Produktion weiter zu senken.

(Foto: dpa)

Von solcher Aufmerksamkeit können andere Branchen nur träumen: Mit einem Großaufgebot aus Wirtschaft, Gewerkschaft und Politik riefen sechs Bundesländer zum Wochenauftakt in Saarbrücken eine Allianz für die deutsche Stahlindustrie aus.

Sie wollen die Folgen steigender Belastungen aus dem Emissionsrechtehandel für die Hersteller abmildern – und fordern von der Europäischen Union und der Bundesregierung, bei der Vergabe von Forschungsgeldern verstärkt die Stahlindustrie in den Blick zu nehmen. Das ist eine gute Idee. Doch sie allein wird die Firmen kaum wetterfest machen im globalen Wettbewerb.

Denn es ist ja längst nicht mehr das Thema Umwelt allein, das die Stahlindustrie plagt. Da ist außerdem der aufziehende Handelskonflikt zwischen den USA, China und der EU, der die derzeit brummende Weltkonjunktur bedroht und von der die Stahlbranche als Lieferant vieler Industrien abhängig ist.

Da sind zum anderen die globalen Überkapazitäten, teils staatlich subventioniert, unter denen der Stahlpreis schon lange ächzt. Auf den Abbau von Kapazitäten und Zollschranken können die Länder bei der Weltgemeinschaft zwar drängen – aber letztlich wenig Einfluss nehmen.

Dass die Bundesländer Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland mit ihrer Allianz deshalb zumindest beim Klimaschutz für gleiche Bedingungen zwischen in- und ausländischen Produzenten sorgen wollen, ist angesichts dieser Herausforderungen löblich.

Denn die deutschen Hersteller stehen vor einer Doppelbelastung: Einerseits müssen sie die Kosten für den Emissionsrechtehandel aufbringen. Andererseits müssen sie an neuen Technologien forschen, um den CO2-Ausstoß ihrer Produktion weiter zu senken.

Könnten Berlin und Brüssel hier mit Entlastungen und Fördergeldern helfen, wäre das zwar eine Erleichterung – aber nicht genug. Denn klimaschonend produzierter Stahl ist nicht besser als jener aus konventioneller Herstellung, sondern bloß teurer. Um mit den günstigeren Energie- und Rohstoffpreisen ausländischer Anbieter konkurrieren zu können, müssen die deutschen Hersteller auf technologischen Vorsprung setzen – und vermehrt Stahlsorten produzieren, die anderswo nicht zu bekommen sind.

Dass nicht Subventionen, sondern allein Innovationen vor globalen Preiskämpfen und unfairen Handelsbedingungen schützen können, zeigt das Beispiel der österreichischen Voestalpine, die sich schon früh auf Hightech-Stähle für die Automobil- und Luftfahrtindustrie spezialisiert hat. Preisaufschläge für Zölle und Umweltkosten bezahlt der Kunde hier notgedrungen – denn er hat gar keine Wahl.

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