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Deutsche Bank-Chef Christian Sewing

Der Start des neuen Vorstandschefs ist ermutigend.

(Foto: dpa)

Kommentar Die Stellenkürzung bei der Deutschen Bank war überfällig

Das Geldhaus ist zu lange vor starken Einschnitten beim Personal zurückgeschreckt. Es ist gut, dass der neue Chef Sewing jetzt durchgreift.
2 Kommentare

FrankfurtDer Brite John Cryan ist im April als Vorstandschef der Deutschen Bank abgesetzt worden, weil er den Umbau des kriselnden Geldhauses nicht konsequent genug vorantrieb.

Doch es gab damals innerhalb und außerhalb des Instituts berechtigte Zweifel, ob sein Nachfolger Christian Sewing bei dieser Mammutaufgabe mehr Erfolg haben wird. Zum einen ist Sewing bereits seit 2015 Vorstandsmitglied und trug seitdem alle wesentlichen Entscheidungen von Cryan mit.

Zum anderen ist der Tanker Deutsche Bank jahrelang in die falsche Richtung gefahren – und lässt sich von niemandem einfach wieder auf Kurs bringen.

Nach rund sechs Wochen im Amt ist es naturgemäß noch zu früh, um zu beurteilen, ob Sewing bei der Neuausrichtung von Deutschlands größtem Geldhaus erfolgreicher sein wird als seine Vorgänger. Aber der Start des neuen Vorstandschefs ist ermutigend. Sewing hat die Probleme der Bank nicht nur klar benannt, sondern auch die richtigen Konsequenzen daraus gezogen.

Das Geldhaus will das globale Handelsgeschäft deutlich zurückfahren und sich künftig wieder stärker auf seine wichtigste Kundengruppe konzentrieren: deutsche und europäische Unternehmen. Die Zeiten, in denen die Deutsche Bank an der Wall Street das große Rad drehte, sind damit endgültig vorbei.

Neben der strategischen Neuausrichtung geht Sewing nun ein weiteres drängendes Problem an und prüft Finanzkreisen zufolge den Abbau von rund 10.000 Stellen. Für die betroffenen Mitarbeiter ist das eine schreckliche Nachricht. Aber für die Zukunft der Deutschen Bank sind drastische Einschnitte unausweichlich. Denn das Geldhaus, das aktuell auf gut 97.000 Vollzeitstellen kommt, verfügt angesichts schrumpfender Erträge über zu viel Personal.

Andere Institute im In- und Ausland haben ihren Personalstand seit der Finanzkrise konsequenter an die neuen Realitäten in der Bankenwelt angepasst. Der kleinere Nachbar Commerzbank kündigte vor zwei Jahren beispielsweise an, 9600 seiner insgesamt rund 45.000 Vollzeitstellen zu streichen. Viele Bankgeschäfte rechnen sich angesichts der härteren Auflagen der Aufsichtsbehörden heute einfach nicht mehr. Die Menschen gehen immer seltener in Filialen. Und auch zahlreiche andere Tätigkeiten werden im Zuge der Digitalisierung von Computern übernommen.

Dass bei der Deutsche Bank Handlungsdruck besteht, unterstreichen die Zahlen des abgelaufenen Jahres: Die Erträge fielen um zwölf Prozent, die bereinigten Kosten lediglich um 3,5 Prozent. Wenn Sewing am Donnerstag auf der Hauptversammlung vor die Aktionäre tritt, muss er ihnen erklären, wie er dieses Missverhältnis in den kommenden Jahren beheben will. Ein deutlicher Stellenabbau ist dabei ein wichtiger Baustein.

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2 Kommentare zu "Kommentar: Die Stellenkürzung bei der Deutschen Bank war überfällig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Lieber Herr Ebert,
    wenn die Amerikaner nicht mehr unsere schönen Autos fahren, dann müssen wir sie wohl selbst fahren.
    Haben Sie sich schon mal die Preisgestaltung der deutschen Autos in USA angesehen?
    Dort werden sie sehr, sehr günstig angeboten - vielleicht sollte man die Autos teurer anbieten. Dann sinkt der Import nach Amerika und Trump ist zufrieden.

    Ja Deutschland ist ein Land der Selbstkasteier! Immer sich selbst schön runtermachen - dann kann der Rest der Welt umso mehr strahlen!
    Herr Afhüppe hat damals auf dem Höhepunkt der Dieselkrise brav auf die deutsche Automobiiindustrie eingeschlagen - das ist mainstream - auch das Handelsblatt wurde besonders nach Gabor Steingart weitgehend zum mainstream.

  • Na bitte geht doch.

    Erst versuchen die USA unsere Automobil-Industrie ab zu ballern dann ging es sehr erfolgreich weiter mit der Deutschen Bank. Aber die Amis helfen uns ja gerne. Goldmann Sachs will auf den deutschen Markt massiv kommen, um uns zu helfen.

    Ja, es tut gut, wie selbst die dt. Bürger sich dafür einspannen lassen, wenn man hier unsere Firmen abballern will. Wie die Schafe blöken sie mit, wenn es um die Dieselabgase geht.

    Früher nannte man sie "Schildbürger", heute sitzen die Chaoten in Hamburg wo man die Strassen für D-Autos sperren lassen will. Aber die Tanker, Kreuzfahrtschiffe dürfen natürlich weiter die Luft verpesten. Wo doch alleine der Hafen zu HH mehr Abgase erzeugt, als alles D-Autos der Welt.