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Kommentar Die Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley werden endlich politisch

Die Technologiekonzerne an der US-Westküste geben ihre lange propagierte politische Neutralität auf. Das ist richtig so.
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Die Tech-Unternehmen des Silicon Valleys machen sich Gedanken über ihre eigenen Technologien. Quelle: dpa
Der neue Apple Campus im Silicon Valley

Die Tech-Unternehmen des Silicon Valleys machen sich Gedanken über ihre eigenen Technologien.

(Foto: dpa)

Bislang folgten die Programmierer im Silicon Valley der Philosophie aus der legendären TV-Serie Star Trek. Dort befiehlt die sogenannte „Oberste Direktive“ der überlegenen Spezies, sich in die Belange weniger entwickelter Planetenbewohner nicht einzumischen, um diese in ihrer Evolution nicht zu stören. Jeder Software-Entwickler kann die legendären Szenen der Sendung im Schlaf aufsagen. Ein wenig überlegen fühlt man sich im Westen der Vereinigten Staaten ohnehin.

Doch in jüngster Zeit gilt das eherne Gesetz der Nichteinmischung nicht mehr. Mitarbeiter von Alphabet, Amazon oder Facebook geben ihre Zurückhaltung auf. Sie beziehen Stellung zu politischen Fragen und machen sich Gedanken über die Folgen der Technologie, die sie entwickeln. Das ist gut so. Die Konzerne, für die sie arbeiten, sind längst zu groß, um nicht politisch relevant zu sein.

Zwei ehemalige Facebook-Mitarbeiter sammelten mit einer Spendenaktion über das soziale Netzwerk binnen einer Woche 19 Millionen Dollar für Kinder ein, die an der mexikanischen Grenze von ihren Eltern getrennt wurden, und kritisierten damit die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump. Microsoft-Angestellte protestierten gegen den Cloud-Vertrag ihres Arbeitgebers mit der US-Einwanderungsbehörde. Amazon-Mitarbeiter forderten, dass ihr Arbeitgeber den Verkauf der umstrittenen Gesichtserkennungssoftware „Recognition“ an die Polizei einstellt. 

Die Chefs der Technologiefirmen sollten ihren Angestellten genau zuhören und die Wirkung solcher Protestaktionen nicht unterschätzen. Für die Beschäftigten der großen Technologiekonzerne spielt die Ideologie ihrer Firma eine große Rolle. Und sie können es sich aussuchen, bei wem sie arbeiten.

Der Kampf um die Talente ist im Silicon Valley hart. Es ist schon eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet die angespannte politische Situation in den USA dazu führt, dass Einmischung nun zum neuen Credo werden könnte.

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