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Kommentar Die Telekomkonzerne betreiben Etikettenschwindel mit 5G

Die ersten 5G-Tarife in Österreich und den USA sind Mogelpackungen. Die Konzerne drohen mit irreführender Werbung das Vertrauen der Kunden zu verspielen.
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Telekomkonzerne betreiben Etikettenschwindel mit 5G – Kommentar Quelle: Reuters
Telekom-Chef Timotheus Höttges

Der Konzern hat über die Tochtergesellschaft in Österreich im März die ersten 25 Sendestationen für 5G in Betrieb genommen. Auf Nachfrage räumte die Telekom ein, dass es kaum Nutzer gibt.

(Foto: Reuters)

Das Angebot klingt verlockend. Während hierzulande alle nur vom künftigen Mobilfunkstandard 5G sprechen, können Kunden der Deutschen Telekom in Österreich und von AT&T in den USA bereits 5G-Tarife buchen. In Österreich bietet die neue Telekom-Marke Magenta „5G Ready“-Tarife. Doch die Tarife haben den Namen 5G nicht verdient.

In den meisten Fällen nutzen die Verbraucher einfach nur das bestehende 4G-Netz. Das ist eine Irreführung und gefährlich für die Konzerne. Denn sie drohen Vertrauen bei ihrer Kundschaft zu verspielen.

Die Telekom hat über ihre Tochtergesellschaft in Österreich im März die ersten 25 Sendestationen für 5G in Betrieb genommen. Auf Nachfrage räumte sie ein, dass es kaum Nutzer gibt. Denn es fehlen schlicht die nötigen Endgeräte. Die Telekom hat wenige Kunden mit den nötigen Routern ausgestattet. 5G-Smartphones sind noch Fehlanzeige.

Trotzdem bewirbt der Konzern selbstbewusst seine 5G-Tarife. Dabei hat die Telekom nicht einmal festgelegt, bis wann sie alle Österreicher mit 5G versorgen will. Die Regierung in Wien hofft darauf, dass der künftige Mobilfunkstandard ab dem Jahr 2025 flächendeckend zur Verfügung steht.

Immerhin, sobald 5G dann wirklich zur Verfügung steht, will die Telekom ihren Kunden in Österreich mit den „5G Ready“-Tarifen ohne Mehrkosten den Zugang zu dem schnelleren Netz gewähren. Doch dabei dürfte die nächste Einschränkung greifen: Die Angebote haben eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Für 54,99 Euro im Monat gibt es maximal 150 Megabit pro Sekunde im Download mit unlimitiertem Volumen. Für 69,99 Euro im Monat sind es 300 Megabit pro Sekunde, ebenfalls ohne Volumengrenze. Für 4G ist das schnell. 5G kann allerdings deutlich mehr bieten. Wer von der vollen Leistung der Zukunftstechnik profitieren will, könnte letztlich doch noch mal zur Kasse gebeten werden.

Der Netzbetreiber AT&T geht mit seinen Tarifen „5G Evolution“ noch einen Schritt weiter als die Deutsche Telekom in Österreich. Auch in den USA nutzen Kunden faktisch ein schnelles 4G-Netz. Sie bekommen aber sogar in ihren Smartphones ein Logo mit dem Schriftzug „5Ge“ angezeigt, während die Telekom-Kunden in Österreich zunächst weiter „4G“ in ihren Displays sehen werden.

Interessanterweise warf die US-Tochter der Deutschen Telekom AT&T dafür eine 5G-Lüge vor. In Österreich hat sie sich das Vorgehen offenbar trotzdem abgeschaut.

Netzbetreiber brauchen funktionierende Geschäftsmodelle. Dazu müssen sie Kunden von den Vorzügen der Technik überzeugen. Der von der Telekom und von AT&T praktizierte 5G-Etikettenschwindel ist genau der falsche Weg.

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