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Kommentar Die Türkei ist für Investoren unberechenbar geworden

Die türkische Regierung tut derzeit viel dafür, das Vertrauen der Anleger zu verspielen. Das heißt aber nicht, dass die Türkei per se ein schlechtes Investment ist.
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Sparer sollten nicht weiter darauf wetten, dass die Lira an Wert verliert. Quelle: dpa
Türkische Lira

Sparer sollten nicht weiter darauf wetten, dass die Lira an Wert verliert.

(Foto: dpa)

Der türkischen Regierung vorzuwerfen, sie würde nichts gegen die wirtschaftliche Flaute unternehmen, wäre falsch. Allein, jeder dieser Schritte macht die Lage noch schlimmer, denn das Vertrauen der Anleger schwindet immer weiter. Das Land ist unberechenbar geworden. Die Gefahr ist für Investoren jetzt, dass sie jede Maßnahme der Regierung ohne nähere Prüfung gleich negativ werten.

Die Türkei ist im Krisenmodus. Die Inflation ist auf knapp 20 Prozent angestiegen. Die Währung hat zum Dollar seit Jahresbeginn 8,6 Prozent an Wert verloren. Unternehmen beklagen sich über wachsende Schuldenberge in Auslandswährung, die wegen der schwachen Lira für manchen Konzern täglich teurer werden. Die Rate fauler Kredite bei türkischen Banken ist auf 4,1 Prozent angestiegen.

Die Führung aus der Regierungspartei AKP hat eine ganze Reihe von Maßnahmen erlassen, um gegen die Krise vorzugehen. Dazu zählt ein Milliardenpaket für Banken. Außerdem will der Finanzminister die Zentralbank anzapfen, um 40 Milliarden Lira (sechs Milliarden Euro) aus der Reserve der Bank dem Staatshaushalt zuzuführen.

Am Mittwoch erklärte das Ministerium, den Verkauf von Auslandswährung in der Türkei mit 0,1 Prozent zu besteuern. Damit sollen Sparer nicht weiter darauf wetten, dass die Lira an Wert verliert. Die Zentralbank hat außerdem die für Banken verfügbaren Zinsen leicht erhöht, um die Inflation einzudämmen.

Allein, das alles überzeugt die wenigsten Anleger und Analysten. Die Lira fällt weiter, wenn auch weniger stark. Der wichtigste Börsenindex hätte beinahe eine wichtige Unterstützungslinie unterschritten. Nach der Annullierung eines Wahlergebnisses steigt der Druck auf das Land weiter. Ist die Skepsis gerechtfertigt?

Klar, die türkische Regierung tut derzeit alles dafür, Vertrauen zu verspielen. Anleger brauchen Planungssicherheit – und die gibt es in der Türkei derzeit so gut wie nicht. Seit Jahresbeginn haben internationale Investoren mehr als vier Milliarden US-Dollar abgezogen.

Das heißt aber nicht, dass die Türkei per se ein schlechtes Investment ist. Die türkische Wirtschaft wird langfristig wachsen, alle Indikatoren zeigen das. Wer Mut hat, sollte über einen Einstieg nachdenken.

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