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Kommentar Die Türkei stärkt durch den Gasfund ihre Verhandlungsposition

Während Deutschland eine Pipeline nach Russland bauen will, macht sich die Türkei durch den Erdgasfund im Schwarzen Meer ein Stück unabhängiger von Moskau.
23.08.2020 - 13:57 Uhr Kommentieren
Voller Freude verkündete der türkische Präsident einen Erdgasfund im Schwarzen Meer. Quelle: dpa
Recep Tayyip Erdogan

Voller Freude verkündete der türkische Präsident einen Erdgasfund im Schwarzen Meer.

(Foto: dpa)

Die Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan zufolge im Schwarzen Meer das bislang größte Erdgas-Vorkommen in der Geschichte des Landes entdeckt. Eine Nachricht von geopolitischer Bedeutung – nicht nur für die Kräfteverhältnisse in der Region. Auch Deutschland könnte die Auswirkungen zu spüren bekommen.

Dabei wirkt das Ganze auf den ersten Blick gar nicht besonders aufregend, denn die Superlative, in denen Erdogan schwelgt, sind relativ. Die jetzt entdeckten Vorkommen reichen gerade einmal, um den Eigenbedarf der Türkei sechs Jahre lang zu decken. Dennoch verkündet Erdogan den Gasfund als „Müjde“, als „frohe Botschaft“.

Das ist nicht nur Show: Der Fund im Schwarzen Meer könnte nicht nur die Energieimporte des Landes verringern; ein Schritt, von dem die türkische Lira nach der akuten Schwächephase zumindest theoretisch profitieren würde.

Die auch aus europäischer Sicht wichtigere Nachricht lautet aber: Die Türkei macht sich für einige Jahre unabhängig von teurem russischem Gas. Und das in einer Zeit, in der Moskau und Ankara um geopolitischen Einfluss konkurrieren: in Syrien, in Libyen, aber auch bei der Produktion und dem Export von Waffen.

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    Bessere Verhandlungsposition

    Der Gasfund verschafft Ankara in den Verhandlungen mit Moskau mehr Spielraum. Die Bundesregierung hingegen kämpft für eine Gaspipeline aus Russland und nimmt dafür sogar US-Sanktionen in Kauf.

    Umgekehrt könnte der Gasfund die Nato-Partner USA und Türkei nach zahlreichen Konflikten wieder näher zusammenbringen. Im Mittelmeer, wo die Türkei gegen den Willen Griechenlands und der EU ebenfalls nach Gas sucht, könnte Ankara einen neuen Verbündeten gefunden haben.

    Für die EU bedeutet das: Die Türkei hat eine bessere Verhandlungsposition erreicht. Außenminister Heiko Maas reist am Dienstag nach Athen und Ankara, um im Streit um Seerechte im östlichen Mittelmeer zu schlichten.

    Aber warum sollte der türkische Präsident Erdogan jetzt noch auf ihn hören? Erdogan darf sich über eine bessere Position gegenüber Russland freuen, was wiederum die Amerikaner freuen dürfte.

    Gegen Außenminister Maas hegt Erdogan dagegen ohnehin eine kaum verhohlene Abneigung. Der SPD-Politiker muss sich eine ziemlich gute Strategie zurechtlegen, will er bei seinem Besuch noch etwas für die EU herausholen.

    Mehr: EU reagiert nahezu geschlossen gegen US-Reaktion auf Nord Stream 2.

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