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Kommentar Die Übernahme von Sky ist nur ein teurer Trostpreis für Comcast

Comcast hat die Übernahmeschlacht um Sky gewonnen, doch das eigentliche Problem bleibt: Streamingdienste drohen traditionelle Medienkonzerne abzuhängen.
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Der Pay-TV-Sender Sky wurde an Comcast versteigert. Quelle: AP
Sky

Der Pay-TV-Sender Sky wurde an Comcast versteigert.

(Foto: AP)

Nach fast zwei Jahren Kampf ist es also entschieden: Der US-Kabelriese Comcast übernimmt den britischen Medienkonzern Sky für rund 33 Milliarden Euro. Comcast-Chef Brian Roberts setzte sich damit in einer Versteigerung gegen Rupert Murdochs 21st Century Fox durch. Murdochs Unternehmen wiederum wird in Kürze vom Medienkonzern Disney geschluckt.

Es ist das Ende eines komplexen Gefechts. Eigentlich hätte Comcast lieber Fox übernommen, wurde im Juni jedoch von Disney überboten. Sky wurde zum Plan B, der unbedingt klappen musste. Wahrscheinlich war Roberts deshalb bereit, tief in die Taschen zu greifen. Allerdings hält Fox wiederum 39 Prozent an Sky und derzeit ist noch nicht klar, was mit diesem Anteil passiert.

Das eigentliche Problem, unter dem Comcast genauso leidet wie alle anderen großen Medienkonzerne, ist mit der Sky-Übernahme nicht behoben. Streamingdienste wie Netflix und Amazon werden immer gefährlicher für das lukrative Geschäftsmodell der traditionellen Konzerne. Lange Zeit konnten Comcast und Co. ihren Kunden dicke TV-Bündel aufdrücken. 219 Sender plus Internet und Festnetzanschluss für 120 Dollar im Monat: So lautet heute noch das Lockangebot von Comcast.

Netflix gibt es schon ab acht Dollar im Monat, einen Internetanschluss für 30 Dollar. Amerikaner schaffen zuhauf ihre teuren Fernsehanschlüsse ab. Doch die wenigsten Kabelanbieter wollen von dem alten Modell abrücken und schlankere Pakete anbieten.

Roberts will lieber mit Größe gegen das Problem ankämpfen. Sicher, Sky, Europas größter Pay-TV-Konzern, wächst und hat mit Now TV einen eigenen Streamingservice. Doch das allein ist nicht die Antwort auf Netflix. Die etablierten Kabelanbieter sollten erkennen, dass sie ihr Geschäftsmodell ändern müssen, wenn sie weiter erfolgreich sein wollen. Jetzt, wo der Übernahmekampf vorbei ist, könnte Roberts seine restlichen Ressourcen auf diesen Wandel verwenden.

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