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Kommentar Die US-Demokraten betreiben einen billigen Klassenkampf

Die Wut auf Milliardäre wie Michael Bloomberg und Donald Trump eint die Demokraten. Doch am Ende nützt die Debatte vor allem dem US-Präsidenten.
20.02.2020 - 16:00 Uhr Kommentieren
Die Präsidentschaftsbewerber fallen über Michael Bloomberg her. Quelle: AFP
TV-Duell der Demokraten

Die Präsidentschaftsbewerber fallen über Michael Bloomberg her.

(Foto: AFP)

Es gibt nicht viele Gemeinsamkeiten unter den demokatischen Präsidentschaftsbewerbern. Manchmal verfestigt sich sogar der Eindruck, als lebten sie in völlig unterschiedlichen Welten. Doch zwei Aspekte gibt es, da herrscht zumindest so etwas wie ein Minimalkonsens: Der eine ist – wenig überraschend – die kategorische Ablehnung von Donald Trump.

Der andere ist ihre Wut gegenüber Milliardären, die ihr Vermögen nutzen, um sich Einfluss auf den demokratischsten aller Prozesse zu erkaufen: die Wahl. Und diese Wut richtet sich gegen den krassen Außenseiter unter den demokratischen Bewerbern: gegen Michael Bloomberg.

Die Tragik des Ganzen: Je stärker die Demokraten ihre Energie darauf verwenden, den zweiten Aspekt anzuprangern, desto weniger wahrscheinlich ist, dass sie ihr erstes Ziel erreichen: die Abwahl Trumps.

Die Debatte um Geld und Macht ist so alt wie die amerikanische Demokratie selbst. Und tatsächlich stellt sich die Frage, ob es der politischen Kultur eines Landes schadet, wenn Bloomberg, der über deutlich mehr finanzielle Mittel verfügt als der Rest seiner Mitbewerber zusammen, seine Umfragewerte innerhalb von kürzester Zeit von vier auf knapp 20 Prozent steigert.

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    Dieses kleine Wunderwerk gelang dem New Yorker Milliardär nicht etwa, weil er wie seine Kollegen Überzeugungsarbeit an der Basis geleistet hätte. Es gelang, weil er die sagenhafte Summe von 200 Millionen Dollar in TV- und Online-Spots investierte, die landauf, landab die Menschen dauerberieseln.

    Das ist bedenklich, ebenso bedenklich übrigens wie die Tatsache, dass sich etwa Pete Buttigieg seinen Wahlkampf von Großspendern finanzieren lässt. Selbst der Aufstieg Bernie Sanders, des größten Bloomberg-Kritikers, wäre ohne sein gewaltiges Spendenaufkommen von rund 140 Millionen Dollar kaum denkbar – selbst wenn es nur von Kleinspendern stammt.

    Vergiftete Stimmung an der Basis

    Sanders, der Frontrunner der Demokraten, stellt die Legitimation seines Mitbewerbers Bloomberg offen und moralisierend infrage – auf eine Weise, die eher an die Methoden des Präsidenten erinnert. Es bleibt ein Rätsel, wie der Sieger des Nominierungsparteitags von Wisconsin im Juli bei einer derart vergifteten Stimmung die demokratische Basis hinter sich versammeln soll – wie auch immer der Kandidat dann heißen mag.

    So richtig und notwendig die grundsätzliche Debatte über die zentrale Rolle des Geldes in der US-Demokratie auch ist, so richtig und notwendig die Debatte darüber ist, ob nach Trump ein weiterer Milliardär die geeignete Person wäre, um das gespaltene Land zu einen – die Art, wie die Demokraten sie führen, und der Zeitpunkt, zu dem sie die Debatte führen, hilft vor allem einem: dem amtierenden Präsidenten.

    Mehr: Die TV-Debatte der US-Demokraten verkommt zum Klassenkampf. Die Präsidentschaftsbewerber fallen über den Milliardär Bloomberg her.

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