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Kommentar Die virtuellen Kandidaten lähmen die SPD

Die SPD hat mit Steinbrück, Gabriel und Steinmeier nur drei virtuelle Kanzlerkandidaten. Denn keiner von ihnen hat wirklich gute Chancen. Der Kampf um die Kanzlerkandidatur lähmt die ganze Partei und ihr Programm.
14.08.2012 - 11:42 Uhr 5 Kommentare
Rüdiger Scheidges ist Handelsblatt-Korrespondent in Berlin.

Rüdiger Scheidges ist Handelsblatt-Korrespondent in Berlin.

Der Politiker gleicht dem Artisten. Mit Genuss hat er möglichst viele Hüte auf: als Parteivorsitzender, Landesvorsitzender, Fraktionsvorsitzender und, gewiss doch, als Kanzlerkandidat. Aber hier sind die Genossen seit geraumer Zeit aus dem Lot geraten. Keiner will den einen großen Hut mit breiter Krempe, den K-Hut, tragen. Oder richtiger: will ihn öffentlich aufsetzen. Stattdessen teilt sich die Troika die Kopfbedeckung. Und will sich so in der Kunst des sich Bedeckthaltens üben.

Tatsächlich drängt sich der Partei auch keiner von ihnen souverän auf. Nicht nur, weil frühes Outing misslich ist. Sondern auch, weil sich unter dem öffentlichen Prisma die Defizite der Eignung multiplizieren, die Vorzüge aber minimieren. Doch selbst von ihrer ureigenen Statur empfehlen sich weder Frank-Walter Steinmeier, Peer Steinbrück noch Sigmar Gabriel den Wählern. Ihr entscheidendes Handikap: Den hochfliegenden Ambitionen entspricht im Volk keinerlei "Wechselstimmung".

Wer gibt die Richtung in der SPD an? Quelle: dapd

Wer gibt die Richtung in der SPD an?

(Foto: dapd)

Nicht nur die Euro-Krise und die scheinbar hart zupackende Hand von Kanzlerin Merkel dämpfen des Wählers Lust auf Wagemut und Experiment. Gabriels jüngste programmatische Slalomfahrt durch die Euro-Krise mag zwar jenen imponieren, die ihm Distanz zur Regierungspolitik abverlangen. Doch die Bürger erkennen nur neue Unübersichtlichkeiten, Wankelmut und - unter dem Eindruck nationaler Ängste - dass hier einer das Tafelsilber der Nation verschleudert, indem er einer Schuldenunion, einer Inflationsunion und einer Transferunion mit lauter Luftikussen huldigt.

Das sind zwar ungeschlachte Verkürzungen einer "neuen" SPD-Position. Doch sie spiegeln sich zuhauf wider in den Schlagzeilen, die jetzt mit dicken Balken Politik machen und nicht differenzieren zwischen dem akuten Handlungszwang, unter dem Europas Regierungen stehen, und langfristigen Reformen. Bei Letzteren aber unterscheiden sich die von Schäuble und Gabriel angestrebten Mechanismen des europäischen Macht- und Finanzausgleichs kaum voneinander. Das zeigt nur, wie schwer die SPD Alternativen besetzen kann.

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    5 Kommentare zu "Kommentar: Die virtuellen Kandidaten lähmen die SPD"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Kampf um die Kanzlerkandidatur lähmt die ganze Partei und ihr Programm.
      ---------------------------
      Nahles warnt,die K-Frage in den Vordergrund zu stellen
      und keiner hört drauf..verbale Verpuffung
      und dasselbe bei dem Geschwätz der Troika..
      Kaum jemand tut sich das noch an.
      Seit die drei untertänigst gleich dem Hollande
      ihre Aufwartung machten,sind die eh durch..






    • ...lähmt die Partgei udn ihr Programm

      ---------
      Ja was für ein Programm hat die SPD denn?
      Außer dass sie eine Schuldenunion wollen und damit Deutschland verarmen, stelel ich von einem Programm nichts fest

    • Zitat: ... "dass hier einer das Tafelsilber der Nation verschleudert, indem er einer Schuldenunion, einer Inflationsunion und einer Transferunion mit lauter Luftikussen huldigt."

      Nein, nein. So eine "ungeschlachte Verkürzung", wie es der Autor selbst benennt, ist diese Aussage nicht. Sie trifft eher genau den Punkt.

    • Satan, weiche von mir. Und dann gleich drei davon.

    • Die Bilderberger haben Herrn Steinbrück schon lange gewählt.

      Die Demokratie ist eh beendet, warum kann man nicht gleich auf diese teuren Politkasper verzichten?

      Hier bei uns werden noch fähige Müllmänenr gesucht.

      Aber naja, Opium für Stimmvolk. soll jeder unwissende Hansel denken, er darf mitbestimmen. Dabei kann es nur mit einer wohlwollenden Diktatur gut funktionieren.

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