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Kommentar Die VW-Manager kommen glimpflich davon – Kunden und Aktionäre dürften sich betrogen fühlen

VW kann im Diesel-Skandal darauf verweisen, dass es Ex-Manager zur Verantwortung zieht. Doch am Ende hat es sich der Konzern mit den Regressansprüchen leicht gemacht.
01.06.2021 - 18:18 Uhr Kommentieren
Am Ende ging es darum, dass möglichst viele Beteiligte als Gewinner aus dem Streit um Schadensersatz im Dieselskandal herauskommen. Quelle: AFP
VW-Konzernzentrale in Wolfsburg

Am Ende ging es darum, dass möglichst viele Beteiligte als Gewinner aus dem Streit um Schadensersatz im Dieselskandal herauskommen.

(Foto: AFP)

Mehr als fünf Jahre lang hat sich der VW-Konzern Zeit gelassen, bis er im März dieses Jahres seine ehemalige Führungsriege mit Regressansprüchen konfrontierte. Akribisch prüfte Deutschlands Autobauer Nummer eins bis dahin die Möglichkeiten, diese für ihr Tun beziehungsweise vor allem Unterlassen im Dieselskandal zur Rechenschaft zu ziehen.

Dutzende Anwälte untersuchten die persönliche Verantwortung des Ex-VW-Chefs Martin Winterkorn, des früheren Audi-Chefs Rupert Stadler und vier weiterer Vorstände. Das offizielle Credo: Gründlichkeit vor Schnelligkeit.

Am Ende stand ein 2000 Seiten starkes Gutachten, das eine Millionensumme gekostet haben dürfte. Das Ergebnis der Untersuchung: fahrlässige Management- und Kontrollversäumnisse der Vorstände, sprich die Verletzung von Sorgfaltspflichten.

Dann präsentierte VW die Rechnungen. Eine Milliarde Euro sollte allein Winterkorn zahlen. Diese Summe hätte man sparen können, so die Argumentation, wenn er früher tätig geworden wäre. Dass dies selbst für einen der bestverdienenden Manager Deutschlands eine utopische Summe ist, war klar. Doch man hätte meinen können, dass VW nun zumindest herausholen will, was herauszuholen ist.

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    Die Zwischentöne aus dem Konzern signalisierten aber schon anderes: Es wurde auf Lebensleistungen verwiesen, darauf, dass man niemanden in den Ruin treiben wolle. Es gehe um einen „Hygienefaktor“, mit dem eine Mitverantwortung demonstriert werden solle.

    Schnelligkeit war diesmal wichtiger als Gründlichkeit

    Jetzt, nur gut zwei Monate später, stehen Vergleiche unmittelbar bevor. Rund elf Millionen soll Winterkorn zahlen. Eine stolze Summe, ohne Frage. Aber auch keine, die den Manager im Mark erschüttern dürfte.

    Schnelligkeit war diesmal wichtiger als Gründlichkeit. Denn am Ende ging es weniger darum, dass einer der größten Skandale nur möglich wurde, weil die Führungsspitze ihre Pflichten verletzte. Und dass man diese dafür – soweit es möglich ist – zur Rechenschaft zieht. Es ging darum, dass möglichst viele als Gewinner aus der Sache herauskommen.

    VW kann darauf verweisen, dass man die Manager zur Verantwortung zieht. Diese kommen glimpflich davon.

    Vor allem müssen sie nichts eingestehen, was ihnen am Ende in Strafprozessen auf die Füße fallen könnte. Mancher Kunde und Aktionär dürfte sich erneut betrogen fühlen.

    Mehr: Dieselskandal kostete VW mehr als 30 Milliarden Euro – Ex-Chef Winterkorn kommt mit rund elf Millionen davon

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