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Kommentar Die Wall Street wendet sich von Amerikas Öl- und Gasindustrie ab

Die Aktien der US-Schieferölfirmen notieren auf Jahressicht zwischen 60 und 90 Prozent im Minus. Die Investoren dürften dauerhaft fernbleiben.
29.06.2020 - 17:13 Uhr Kommentieren
Amerikas Öl- und Gaskonzerne werden zum Albtraum für Investoren. Quelle: Reuters
Bohrturm von Chesapeake Energy

Amerikas Öl- und Gaskonzerne werden zum Albtraum für Investoren.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Amerikas Schieferölkonzerne mutieren zu veritablen Kapitalvernichtern. Das zeigt einmal mehr das Beispiel von Chesapeake Energy: Das Unternehmen mit zuletzt rund acht Milliarden Dollar Umsatz meldete in der Nacht zu Montag Gläubigerschutz an. Allein seit Anfang Januar hat der Konzern mehr als 1,6 Milliarden Dollar an Börsenwert eingebüßt, der Aktienkurs stürzte um mehr als 90 Prozent ab.

Konkurrenten wie Occidental oder Apache stehen kaum besser da. Ihre Aktien notieren auf Jahressicht mehr als 60 Prozent im Minus. Auch mit den ausstehenden Schrottanleihen, über die viele Schieferölförderer ihr rasantes Wachstum finanzierten, haben Investoren zuletzt hohe Verluste eingefahren. Mit dem Absturz der Ölpreise in der Corona-Pandemie kollabierte das ohnehin riskante Geschäftsmodell der US-Schieferölfirmen vollends.

Die Kapitalvernichtung wird wohl nicht folgenlos bleiben. Die Wall Street dürfte die amerikanische Öl- und Gasbranche künftig weitgehend meiden. Für das Ziel von US-Präsident Donald Trump, Amerikas Dominanz auf dem Ölmarkt auszubauen, ist der Rückzug der Investoren eine weitaus größere Gefahr als jeder von Russland und Saudi-Arabien losgetretene Preiskampf.

Denn die Performance der US-Schieferölindustrie ist nicht erst seit dem jüngsten Absturz der Ölpreise miserabel. Als bestes Beispiel dient einmal mehr Chesapeake Energy. Im Juni 2016 lag der Börsenwert des Unternehmens bei drei Milliarden Dollar – drei Jahre später liegt er immer noch dort. Wer statt in Ölaktien sein Geld in diesem Zeitraum in den Nasdaq investierte, konnte sein Vermögen um mehr als 60 Prozent steigern.

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    Shareholder-Value, also Ertrag für Aktionäre, ist die härteste Währung an der Wall Street. Dass die US-Ölbranche seit Jahren hinter den Performance-Erwartungen zurückbleibt, werden die Investoren so schnell nicht vergessen. Wenn sich wie im Fall von Whiting Petroleum der CEO noch kurz vor der Pleite 14,6 Millionen Dollar an Boni auszahlen lässt, ist das Vertrauen ganz dahin.

    Hinzu kommt: Der Trend zu CO2-armen Portfolios wird auch an den US-Investoren und Banken nicht vorbeigehen, selbst wenn er sich langsamer durchsetzt als etwa in Europa. Die Quelle des billigen Geldes ist für viele Ölförderer versiegt. Da helfen auch die zuletzt wieder anziehenden Ölpreise wenig.

    Mehr: Mehrere Versicherer geraten wegen ihres Engagements in Öl und Gas unter Druck.

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