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Kommentar Die Warnsignale des Seehandels täuschen

Die Preise für den Seetransport von Gütern sind kollabiert. Skeptiker sehen das als böses Omen für den Welthandel und die Aktienbörsen – zu Unrecht.
25.01.2020 - 10:39 Uhr Kommentieren
Die Frachtraten sind zuletzt eingebrochen. Quelle: BLOOMBERG NEWS
Verladung von Rohstoffen in China

Die Frachtraten sind zuletzt eingebrochen.

(Foto: BLOOMBERG NEWS)

Frankfurt Auf dem Meer braut sich was zusammen. Börsianer werden unruhig, wenn sie den Blick auf die Ozeane richten. Aber das tun nur wenige. Deswegen ist vielen Landratten eine spezielle Havarie entgangen: In fünf Monaten sind die Frachtraten für den Schiffstransport von Massengütern wie Eisenerz oder Kohle auf ein Viertel kollabiert. Der „Baltic Dry Index“ sackte auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. Jetzt haben die Crashpropheten für Aktien ein neues Argument, vor einem Zusammenbruch der Börsen zu warnen. So sieht es zumindest auf den ersten Blick aus.

Die Frachtraten gelten als Indikator für den Zustand der globalen Konjunktur. Ein Großteil des weltweiten Handels wird auf dem Seeweg abgewickelt. Der Gedanke ist: Wird der Transport billiger, ist die Nachfrage nach Rohstoffen gesunken, was eine schwächere Wirtschaftslage signalisieren kann. Doch während auf See Flaute ist, bleibt die landgestützte Diagnose alarmfrei. Klassische Wirtschaftsdaten geben Skeptikern keine Rückendeckung. Es fehlen Anzeichen für eine bevorstehende Konjunkturdelle oder gar eine Rezession. Dafür sprechen auch der eingedämmte Handelskonflikt zwischen Chinesen und Amerikanern sowie die wieder leicht gestiegenen Anleiherenditen.

Das ist allerdings keine Prognose für eine anhaltende Hausse im bisherigen Tempo. Die Börsen erscheinen nach ihren Höhenflügen seit Anfang vergangenen Jahres überhitzt. Sie müssten nach den spektakulären Gewinnen eigentlich verschnaufen. Das wäre nur normal. Gerade an der Wall Street sind die Anleger zu optimistisch geworden, fast sorglos, wie Stimmungsindikatoren belegen. Das ist erfahrungsgemäß eher ein Zeichen für kurzfristige Rückschläge. An dem Punkt könnten die Frachtraten tatsächlich den Aktienkursen den Weg weisen – aber eben nur vorübergehend.

Langfristig bleiben die Gelassenen im Vorteil. Der seegestützte Index ist nämlich alles andere als unfehlbar. Seinen Rückgang Anfang des Jahrzehnts und vor sechs Jahren konnten Anleger getrost ignorieren: Die Aktienkurse liefen unbeeindruckt nach oben. Wer das „Mayday“ von See als Verkaufsempfehlung deutete, der lief auf Grund. Matrosen kennen diese Art von Erzählung. Sie nennen es Seemannsgarn.

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