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Kommentar Die Welt des Reichtums wird egalitärer

Der globalisierte Kapitalismus macht nicht nur die Reichen reicher, auch der Rest der Bevölkerung hat aufgeholt. Er ist daher gerechter als sein Ruf.
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Vermögen: Die Reichen werden reicher – zum sechsten Mal in Folge Quelle: dpa
Vermögen

Die obere Mittelschicht konnte weltweit ihr Vermögen deutlich steigern.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Reichen werden immer reicher: Dieser populären Parole setzt der Global Wealth Report des Versicherungskonzerns Allianz eine verblüffende Gegenwahrheit entgegen. Im Jahr 2000 vereinten die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung noch 90,3 Prozent des gesamten Nettogeldvermögens auf sich – also des liquiden Vermögens abzüglich Schulden. 2017 waren es nur noch 78,9 Prozent.

Absolut gesehen sind die Reichen in diesem Zeitraum unbestritten noch reicher geworden. Doch relativ hat der Rest der Bevölkerung aufgeholt. Vor allem die obere Mittelschicht konnte weltweit ihr Vermögen deutlich steigern – wobei bereits einige Zehntausend Euro ausreichen, um in diese Kategorie zu gehören.

Der Allianz-Report sendet eine wichtige Botschaft, die in den hitzigen Debatten über die angebliche Ungerechtigkeit des globalisierten Kapitalismus gerne untergeht: Das stabile Wachstum der vergangenen Jahre, das Ausbleiben großer Finanzkrisen oder Kriege hat keineswegs nur denen da ganz oben genutzt. Weltweit konnten Hunderte Millionen Menschen aus der Mittelschicht ihre Vermögen steigern.

Die Welt des Reichtums wird egalitärer, nicht ungleicher – wenn auch quälend langsam. Einige Einschränkungen sind angebracht. Erstens sind Reichtumsstudien wie der Global Wealth Report notorisch ungenau, weil es an amtlichen Vermögensstatistiken fehlt und repräsentative Befragungen gerade am oberen Ende der Vermögensskala kaum möglich sind – kaum ein Millionär lässt einen Interviewer auf das Sofa seiner Villa.

Zweitens umfasst die Allianz-Studie nur einen kleinen Teil des wahren Reichtums. Immobilien werden zum Beispiel nicht erfasst. Und drittens profieren ausgerechnet die ärmsten zehn Prozent der Welt nicht vom Vermögenswachstum – diese Menschen haben ohnehin nichts als Schulden. Doch selbst wenn die Flut nicht alle Boote hebt: Ebenso wenig sind es nur die Luxusjachten, die vom steigenden Pegel profitieren.

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