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Kommentar Die Wiedervereinigung der Tabakriesen ist eine Fusion der Schwäche

Altria und Philip Morris wollen gemeinsamen einen Giganten auf dem Tabakmarkt formen. Doch das Geschäftsmodell der Konzerne gehört der Vergangenheit an.
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Altria und Morris vertreiben weltweit die Marke. Quelle: dapd
Marlboro-Zigaretten

Altria und Morris vertreiben weltweit die Marke.

(Foto: dapd)

Wenn sich die beiden US-Zigarettenhersteller Altria und Philip Morris International tatsächlich wiedervereinen, entstünde ein neuer Koloss im Tabakmarkt. Dennoch wäre die Fusion ein Zeichen von Schwäche, nicht von Stärke. Beide haben derzeit mit den neuen Rauchgewohnheiten zu kämpfen.

Vor elf Jahren hatten sich Altria und Philip Morris International angesichts der vielen Klagen und der Regulierung in den USA getrennt: Philip Morris übernahm das internationale Geschäft, Altria das amerikanische.

Entstanden sind zwei getrennte Gesellschaften, die weltweit die gleichen Zigarettenmarken wie Marlboro, Philip Morris und Chesterfield verkaufen. Dabei traute der Markt der deutlich größeren Philip Morris weitaus mehr zu: Während die Amerikaner immer weniger rauchten, boomte das Geschäft in anderen Teilen der Welt.

Es folgten bewegte Zeiten: Mal lief Philip Morris deutlich besser, dann holte Altria wieder auf. Zuletzt gab es wieder mehr Regulierung in den USA, und Altria ist derzeit so günstig bewertet wie lange nicht mehr.

Das Hauptproblem ist aber ein anderes: In Papier eingewickelter Tabak könnte bald der Vergangenheit angehören. Sowohl Altria als auch Philip Morris leiden darunter, dass immer weniger Erwachsene Zigaretten rauchen. Jugendliche greifen vor allem zu E-Zigaretten.

Um nicht ganz den Anschluss zu verlieren, haben beide in neue Rauch-Technologien investiert. Philip Morris setzt vor allem auf seine eigene Marke Iqos, die aber außerhalb Japans nicht sonderlich gut läuft. Altria dagegen hat sich für knapp 13 Milliarden Dollar mit 35 Prozent an dem erfolgreichen „Vape“-Start-up Juul beteiligt.

Außerdem kontrolliert Altria den kanadischen Cannabis-Hersteller Cronos Group. Die Pflanze wird in immer mehr Staaten für den medizinischen Einsatz zugelassen – ein weiteres neues Geschäft. In Zeiten sinkenden Zigarettenkonsums sichert sich Philip Morris auch einen Anteil daran.

Mehr: Philip Morris war bis 2008 Teil der Altria Group. Jetzt könnten sich beide wieder vereinen – und hätten gemeinsam 200 Milliarden Dollar Börsenwert.

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