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Kommentar Die Windindustrie muss erwachsen werden

Die Lehrjahre sind vorbei: Die Windbranche hängt nicht mehr am Tropf der Politik. Nun müssen die Unternehmen lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.
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Die deutsche Windbranche darf nicht darauf warten, was die Politik sich als nächstes einfallen lässt. Quelle: dpa
Windkraftanlagen

Die deutsche Windbranche darf nicht darauf warten, was die Politik sich als nächstes einfallen lässt.

(Foto: dpa)

Was vor zwei Jahren noch undenkbar war, ist in diesem Jahr zum Statussymbol geworden: einen Windpark ohne staatliche Fördergelder zu bauen. Ob an Land oder auf See, die Aussicht, endlich nicht mehr am Tropf der Politik zu hängen, verleitet Granden der Windbranche dazu, gehörig mit den Fäusten auf der Brust zu trommeln.

Wirtschaftlich gesehen steht Windenergie an der Schwelle zur Wettbewerbsfähigkeit. In manchen Ländern ist sie schon günstiger als andere Energieträger. Alles Gründe zum Jubeln.

Nur der größte Windmarkt Europas, der einstige Musterschüler Deutschland meckert. Und sieht dabei aus wie der miesepeterige Klassenkamerad in der letzten Reihe. Wo feste Stromabnahmeverträge (PPAs) zwischen Windparkbetreibern und Großkonzernen in Schweden, Großbritannien oder den USA schon längst der neue Standard sind, tastet sich die deutsche Wirtschaft gerade mal in der Theorie an Alternativen zur jahrelangen EEG-Förderung heran.

Die heimische Windbranche leckt noch ihre Wunden, seitdem das System von festen staatlichen Vergütungen auf freie Ausschreibungen umgestellt wurde, in denen nur noch das niedrigste Gebot den Zuschlag bekommt. Sicher, die Umstellung sorgte für eine kräftige Delle im Markt. Sie hat aber auch dazu geführt, dass Windstrompreise endlich nahezu wettbewerbsfähig sind. Anstatt sich hilflos in die Ecke zu stellen, sollte die Branche ihren Vorteil nun auch nutzen.

Und das sollte sie möglichst bald tun. Derzeit steigt der Unmut in der Bevölkerung fast so schnell wie der Strompreis. Die Verbraucher wollen keine Milliardenindustrie mehr subventionieren, die den Absprung verpasst. Die deutsche Windbranche ist auch nicht gut beraten, darauf zu warten, was die Politik sich als Nächstes einfallen lässt, um dann anschließend irgendwelche Systemfehler auszubaden. Die Zeit ist reif für die Grünstromindustrie, sich vom staatlichen Gängelband endgültig zu lösen.

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