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Kommentar Die Wirtschaftslenker wenden sich von Donald Trump ab

Unternehmer und Banker stellen sich endlich gegen den US-Präsidenten. Doch das allein reicht nicht, um seine Wiederwahl zu verhindern.
26.07.2020 - 13:53 Uhr Kommentieren
In knapp drei Monaten stehen die Präsidentschaftswahlen in den USA an. Quelle: Reuters
Donald Trump

In knapp drei Monaten stehen die Präsidentschaftswahlen in den USA an.

(Foto: Reuters)

Es war eine Schicksalswoche für den US-Präsidenten. Am Sonntag wurde er in einem Interview mit dem eigentlich Trump-freundlichen Sender „Fox News“ regelrecht vorgeführt. Am Dienstag warnte der CEO von Goldman Sachs vor einer „sehr holprigen“ Wirtschaft und einer langen Phase mit hoher Arbeitslosigkeit, was eine wenig verdeckte Kritik an Donald Trump war.

Am Mittwoch dann reichte die einflussreiche und – eigentlich – ebenfalls Trump-freundliche Chamber of Commerce gemeinsam mit anderen Wirtschaftsverbänden eine Klage gegen die Regierung ein. Die restriktive Immigrationspolitik der Regierung, gerade mit Blick auf Studenten, qualifizierte Fachkräfte und Expats mit gültigen Visa, sei „ein fundamentaler Fehler“, stellte der Chef der Handelskammer, John Donahue, klar.

In nur einer Woche hat Trump damit den letzten Rückhalt bei wichtigen Verbündeten verloren. Unternehmen und Banken haben in seiner Amtszeit das Maximale für sich herausgeholt: Steuersenkungen und Deregulierung befeuerten einen Aktienboom, der nun durch billionenschwere Staatshilfen aufrechterhalten wird.

Doch die Wall Street und Corporate America haben Trumps erratischen Führungsstil und das desaströse Krisenmanagement satt. Der positive Trump-Effekt wird in den kommenden vier Jahren nicht mehr anhalten, im Gegenteil.

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    Vier weitere Jahre Trump werden der Wirtschaft mehr schaden als ein Präsident Biden, der auf höhere Steuern und strengere Regulierungsvorschriften setzt. Die Wall Street ist zudem verstimmt über Trumps Wunschkandidatin für den Gouverneursrat der Notenbank Federal Reserve (Fed), Judy Shelton. Die umstrittene Ökonomin hätte gute Chancen, Fed-Chef Powell abzulösen, und könnte so zusätzlichen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

    Täuscht Trumps vermeintlicher Kurswechsel?

    Trumps überraschende Ankündigung, dass Maskentragen nun doch patriotisch sei, kommt zu spät. Sie ist auch nicht glaubwürdig, nachdem er monatelang die Pandemie heruntergespielt hatte und noch vor wenigen Wochen seine Unterstützer bei der Kundgebung in Tulsa lieber ohne Maske sehen wollte.

    Dass sich die Wirtschaftslenker öffentlich von Trump abwenden, ist überfällig. Doch es ist nur ein erster Schritt, wenn sie die Wiederwahl des Republikaners verhindern wollen. Sie müssen sich auch dem demokratischen Herausforderer Joe Biden zuwenden.

    Der Vizepräsident unter Trumps Vorgänger Barack Obama ist sicher nicht der perfekte Kandidat. Der 77-Jährige wäre der älteste Präsident in der Geschichte des Landes, er ist niemand, der große Menschenmassen mit seinen Reden elektrisiert, Technologie, ein wichtiges Zukunftsthema, ist nicht seine Stärke. Doch Biden ist die einzige Alternative zu Trump, und er braucht jede Unterstützung, die er kriegen kann.

    Mehr: Unter Druck eines schleppenden Wahlkampfs konzentriert sich Donald Trump auf die Corona-Pandemie. Das sieht aus wie ein Kurswechsel, doch der Eindruck täuscht.

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