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Kommentar Die Zeiten der Stärke sind vorbei: Söder hat Angst vor dem Niedergang der CSU

Der bayerische Ministerpräsident muss um die Einzigartigkeit der CSU kämpfen. Die Steuerdebatte der CDU hilft der Partei, um sich zumindest lautstark abzugrenzen.
15.07.2021 - 19:46 Uhr 1 Kommentar
Bayerns Ministerpräsident befindet sich auf Sommerklausur der CSU-Landesgruppe in Seeon. Quelle: Reuters
Markus Söder

Bayerns Ministerpräsident befindet sich auf Sommerklausur der CSU-Landesgruppe in Seeon.

(Foto: Reuters)

Berlin Für Markus Söder läuft es nicht gut. Der CSU-Chef wartet sehnlichst darauf, dass seine Partei in den Umfragen zulegt, um endlich ihr schlechtes Ergebnis der vergangenen Bundestagswahl abzuschütteln.

Und dann sagt auch noch CDU-Chef Armin Laschet seinen Besuch bei der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe in Seeon ab, womit nicht nur das gemeinsame Klosterfoto in den Annalen fehlen wird, sondern auch Sticheleien unbemerkt bleiben gemäß dem Motto: Wir sind zwar eine Union, aber nur erfolgreich dank der beherzten bayerischen Schwester – inklusive des selbsternanntem „Kanzlerkandidaten der Herzen“.

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen hat das getan, was ein Landesvater tun muss und was ihm auch als Kanzlerkandidat der Union gut ansteht: Laschet kümmert sich um das dramatische Hochwasser an Rhein und Wupper.

Spätestens seit dem letzten bayerischen Unionskanzlerkandidaten weiß ohnehin jeder: Bei einem Hochwasser gilt es, wie Ex-Kanzler Gerhard Schröder die Gummistiefel überzustülpen und Einsatz zu zeigen. Alles andere sorgt zu Recht für unangenehme Fragen.

In Seeon hätte Laschet der CSU-Show dienen und beantworten sollen, wie er es mit den im Wahlprogramm erwähnten Steuerentlastungen hält. Dabei ging es weniger um Laschet als um die bürgerlichen Liberalen, die sich bei der FDP und beim bayerischen Koalitionspartner, den Freien Wählern, tummeln: Handwerkern, Mittelständlern und Sparern will die CSU Gutes tun.

Laschet sollte sich bekennen. Doch auch ohne sein Zutun hilft die Diskussion der CSU, um sich zumindest lautstark von jenen abzugrenzen, die Steuern erhöhen wollen, und sich als Alternative anzubieten. Da fragt auch niemand, warum die Union am Hebel der Sozialabgaben spielt.

Zeiten der starken CSU sind vorbei

Allerdings konnte Söder das große Finale in Seeon nicht genießen, sondern muss sich von Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger, seinem Wirtschaftsminister, vorwerfen lassen, „Apartheidsdiskussionen“ zu führen. Aiwanger zielt wirkungsvoll auf das suboptimale Corona-Management des bayerischen Ministerpräsidenten ab und auf dessen Hinweis, körperliche Unversehrtheit sei keine Privatsache.

Laschet wird diese Entwicklungen bei der Schwesterpartei genau aus der Düsseldorfer Staatskanzlei beobachten wie auch die Naturkatastrophe in seinem Land. Die Zeiten einer starken CSU sind vorbei, umso mehr muss er selbst überzeugen. Dazu braucht er Gummistiefel für den Notfall und bei Tiefdruck aus Bayern auch eine Regenjacke.

Wer weiß, wie unruhig der bayerische Löwe noch wird: Allein drei von vier Direktmandate in München könnten derzeit anstatt an die CSU an die Grünen fallen – und auch ein Wahlkreis in Söders Heimat, in Nürnberg.

Mehr: Union streicht kostspielige Vorhaben zusammen – und stellt viel unter Finanzierungsvorbehalt

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