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Kommentar Die Zeiten von Gold als sicherer Hafen in Krisenzeiten sind vorbei

Bei großen politischen Problemen sind Anleger oft ins Gold geflüchtet. An Krisen mangelt es nicht, aber die Anleger suchen sich neue Alternativen.
14.08.2018 - 20:00 Uhr Kommentieren

„Amerikanische Investoren wollen kein Gold mehr“

Frankfurt Als Hochspringer Mateusz Przybylko vergangenes Wochenende von über 60.500 Zuschauern ein letztes Mal gepusht wurde, machte er den perfekten Sprung. Es reichte für die Höhe von 2,35 Meter und damit bei der Europameisterschaft der Leichtathleten in Berlin für die Goldmedaille. Die Medaille war das Größte für den deutschen Topsportler.

An reinem Materialwert hat sie jedoch zuletzt deutlich eingebüßt. Die Feinunze Gold ist im Moment für weniger als 1200 Dollar zu haben. Das hat es seit Ende 2016 nicht mehr gegeben. Und es sieht auch nicht so aus, als ob der Preis für das Edelmetall so bald wieder steigen würde.

Das verwundert auf den ersten Blick. Gold hat einen Ruf als Krisenmetall, in das Anleger flüchten, wenn große politische Probleme auftauchen. Darauf konnte man sich viele Jahrzehnte verlassen, jetzt ändern sich die Dinge allerdings. Anders lässt sich die Schwäche des Edelmetalls nicht erklären, nachdem der Preis sogar unter die psychologisch wichtige Marke von 1200 Dollar je Unze gefallen ist. Denn an Krisen mangelt es nicht.

US-Präsident Donald Trump zofft sich wieder einmal, diesmal mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, und lässt Währung und Börsen des Landes am Bosporus einbrechen. Im schlimmsten Fall könnte das zu einer Schwellenländerkrise führen.

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    Beim Abgang der Briten aus der Europäischen Union deutet immer mehr auf einen harten Brexit hin. Und mit Blick auf Italien grassiert unter Anlegern die Furcht vor einer massiven Schuldenaufnahme der Regierung, um versprochene Wahlgeschenke zu finanzieren. Viel schlimmer geht es nicht mehr.

    Gewiss, Gold hat in der Vergangenheit durchaus mit Zeitverzögerung auf Krisen reagiert. Es könnte also durchaus noch zu einer Preisreaktion kommen. Entscheidender ist jedoch die wachsende Gemeinde von Investoren, die dem Edelmetall den Status einer Anlageform absprechen.

    Schließlich profitiert man nur von steigenden Preisen, Dividenden wie bei Aktien oder Zinsen wie bei Anleihen gibt es nicht. Das gilt umso mehr, als US-Staatsanleihen inzwischen wieder eine durchaus attraktive Rendite von rund drei Prozent bieten. Dass US-Bonds mindestens ebenso sicher sind wie das Krisenmetall, ist und bleibt unbestritten.

    Außerdem wetten viele Investoren auf einen weiteren Preisrückgang bei Gold, und die Kurse für das Edelmetall leiden unter dem wieder erstarkten Dollar. Gold gilt als Alternative zur Weltleitwährung. Ein starker Dollar drückt deshalb traditionell den Preis des Edelmetalls.

    Bleibt für Goldfans nur noch die Hoffnung auf Schnäppchenjäger, die wegen des niedrigen Preises zuschlagen. Doch das bleibt zumindest vorerst eine eher vage Hoffnung.

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