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Kommentar Die Zwangsverwaltung der Banca Carige offenbart die Anfälligkeit des Finanzsektors

Die Zwangsverwaltung der Banca Carige ist ein neuerlicher Schock für den italienischen Finanzsektor. Die Institute bräuchten dringend eine Modernisierung.
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Die italienische Bank steht seit Anfang des Jahres unter der Zwangsverwaltung der EZB. Quelle: AFP
Schriftzug der Banca Carige

Die italienische Bank steht seit Anfang des Jahres unter der Zwangsverwaltung der EZB.

(Foto: AFP)

RomSchlechte Nachrichten kommen zum Jahresbeginn aus Italien. Die Finanzbranche des Landes hat einen weiteren Schock erlitten. Während sich die Regierung noch über die Verabschiedung ihres nur wenig abgespeckten Haushalts freut, greift die Europäische Zentralbank durch und stellt die regionale Banca Carige unter Zwangsverwaltung.

Das weckt Erinnerungen an die Abwicklung der beiden Banken aus dem Veneto 2017 und an die Verstaatlichung der Problembank Monte dei Paschi. Jedes Mal war die EU-Kommission im Spiel und hat schließlich Staatshilfen gebilligt.

So ein großzügiger Deal ist auch dieses Mal nicht auszuschließen, und mit jeder neuen Ausnahme rückt die Vollendung der Bankenunion in der Euro-Zone ein bisschen weiter in die Ferne. Doch weitaus schlimmer ist das Drama um die Sanierung der kleinen Bank aus Genua für Italien.

Es hilft wenig, dass die Last der faulen Kredite, unter denen alle italienischen Banken leiden, erheblich abgebaut wurde. Die Fortschritte reichen nicht, um die Institute krisenfest zu machen.

Denn dank der vielen Staatsanleihen in ihren Bilanzen bekommen Italiens Banken das Misstrauen der Märkte gegenüber der neuen Regierung ganz direkt zu spüren. Jetzt droht auch noch, dass die Konjunktur sich verschlechtert. Aber auch das sind noch nicht alle Probleme der Branche.

Italien hat schlicht zu viele Banken, zu viele Banker und zu viele Filialen. Die gesamte Branche leidet mit Ausnahme der beiden Großbanken Intesa Sanpaolo und Unicredit unter veralteten Strukturen. Die vielen kleinen Institute bräuchten dringend einen Modernisierungs- und Effizienzschub, doch der politische Wille zu einer Reform der Finanzbrache ist in Rom nicht zu erkennen.

Für eine populistisch orientierte Regierung ist das auch kein dankbares Thema, wären doch Einschnitte beim Service und der Verlust von Arbeitsplätzen damit verbunden. Aber auf Dauer führt kein Weg an einem Umbau vorbei, das zeigt die neue Krise bei der Banca Carige ganz deutlich.

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