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Kommentar Diesel-Ermittlungen sind für Zulieferer wie Conti lästiger Ballast

Die Razzien wegen des Dieselskandals treffen die Zulieferer in einer Zeit, in der sie besonders verletzlich sind. Wandel und Corona wären eigentlich Belastung genug.
06.07.2020 - 15:34 Uhr Kommentieren
Allein die Auswertung der gesicherten Beweismittel wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. Quelle: dpa
Continental

Allein die Auswertung der gesicherten Beweismittel wird mehrere Monate in Anspruch nehmen.

(Foto: dpa)

Fünf Jahre ist es her, dass Volkswagen mit seinen Dieselmanipulationen in den USA aufgeflogen ist. Der Spuk scheint noch immer kein Ende zu finden – zumindest für die Zulieferer.

Bosch hat die Motorsteuerungssoftware für den VW-Diesel-Schummelmotor geliefert, ZF Getriebesoftware an diverse Autobauer, die bei Abgastests zu falschen Emissionswerten führten. Beide mussten wegen der Verletzung von Aufsichtspflichten Bußgelder bezahlen. Bosch im vergangenen Jahr 90 Millionen Euro, ZF im Februar dieses Jahres 42,5 Millionen. Nur Continental kam bislang glimpflich davon.

Das Management um Konzernchef Elmar Degenhart hatte bereits 2015 eine intensive interne Untersuchung angewiesen. Das Ergebnis: Conti habe die Motorsteuerungssoftware für 1,6-Liter-Dieselmotoren geliefert, in der lediglich eine legale Prüfstandserkennung implementiert war. Die illegale Abschaltvorrichtung hingegen habe VW ohne Contis Kenntnis verbaut.

Damals wurde im Konzern jeder Stein umgedreht. Deswegen verwundert es, dass fünf Jahre später rund 80 Polizeibeamte und Staatsanwälte ausrücken und die Geschäftsräume von drei Conti-Standorten durchsuchen – zumal es weder bei Bosch noch bei ZF Razzien gab und die Staatsanwaltschaft Hannover Conti auch keine mangelnde Kooperationsbereitschaft vorwirft.

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    Sollte es am Ende auf eine ähnliche Strafe hinauslaufen wie bei der Konkurrenz aus dem Süden, wäre das finanziell für Conti ohne Weiteres verkraftbar. Doch die Razzia und die Ermittlungen gegen die neun zum Teil noch aktiven Conti-Mitarbeiter schmerzen an anderer Stelle.

    Zu spät eingeleiteter Konzernumbau

    Sie treffen das Unternehmen zu einem Zeitpunkt, in dem Zulieferer wie Continental, Bosch und ZF besonders verletzlich sind. Die jeweiligen Manager haben derzeit alle Hände voll zu tun, die Konzerne durch den Strukturwandel zu führen, an dessen Ende die Zulieferer Elektromotoren statt Komponenten für Verbrennungsaggregate herstellen und statt mechanischer Teile Softwareprodukte entwickeln. Dieser strapaziöse Wandel wurde durch die Coronakrise unerwartet verschärft. Am Gelingen dieses Vorhabens hängen Tausende Arbeitsplätze in Deutschland.

    Continental steckt zudem mitten in einem etwas zu spät eingeleiteten Konzernumbau. Die aktuellen Ermittlungen kann das Unternehmen daher überhaupt nicht gebrauchen. Allein die Auswertung der gesicherten Beweismittel dürfte mehrere Monate in Anspruch nehmen.

    Und wenn sich der Anfangsverdacht der Staatsanwaltschaft gegen die Continental-Mitarbeiter nicht erhärten sollte, hätte die juristische Auseinandersetzung letztlich Zeit in Anspruch genommen, die das Conti-Management derzeit mehr denn je dafür benötigt, um den Konzern und die Mitarbeiter sicher in die Zukunft zu führen.

    Mehr: Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Mittwoch Standorte von VW und Conti durchsucht. Hintergrund der Razzien ist der Abgasskandal.

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