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Kommentar Dieser Fehler könnte Mays letzter als Regierungschefin sein

Die britische Premierministerin hat mit ihrer Fernsehansprache an die Nation das fast Undenkbare geschafft: Sie hat Großbritannien in eine noch größere Krise manövriert.
2 Kommentare

LondonMit ihrer Rede könnte Theresa May Großbritannien noch tiefer ins Chaos gestürzt haben. Dabei ist die Situation ohnehin schon schwierig genug: In gerade einmal acht Tagen endet die Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) und das möglicherweise mit schwerwiegenden Folgen für die Bevölkerung und Wirtschaft auf der Insel. Die Zeiten sind ungewiss und rechtfertigen sicherlich ungewöhnliche Maßnahmen.

Und die Maßnahmen der Premierministerin sind fürwahr ungewöhnlich. Denn mit einer kurzen Ansprache am Mittwochabend hat sie das schier Unmögliche geschafft und Großbritannien in eine noch größere Krise manövriert.

In einer eilig anberaumten Rede in ihrem Regierungssitz, der Nummer 10 in der Downing Street, startete sie einen Angriff auf die Abgeordneten und gab ihnen die Schuld für den Brexit-Schlamassel. 

Die Bevölkerung habe sicherlich genug von „den politischen Machtspielchen“, das Volk wolle nichts mehr hören von Abgeordneten, die über nichts anderes als den Brexit sprechen, wo es doch wichtigere Sorgen gäbe: Schulen, den nationalen Gesundheitsdienst oder die derzeitige Welle an Messerattacken. „Sie wollen, dass diese Phase im Brexit-Prozess endlich abgehakt werden kann“, sagte sie. „Ich stimme Ihnen zu: Ich bin auf Ihrer Seite.“

Unter den Abgeordneten schlugen daraufhin die Wellen der Empörung hoch. Mit derartigen Schuldzuweisungen gegen das Parlament bringe sie die Sicherheit der Abgeordneten in Gefahr.

Es ist „eine bizarre Strategie“, sagen politische Kommentatoren, schließlich beleidige sie damit eben diejenigen, deren Unterstützung sie für ihren Brexit-Kurs brauche. Dass die Abgeordneten sich nun bei einer dritten Abstimmung über ihren Brexit-Deal hinter die Premierministerin stellen, scheint undenkbar. Dann könnte die Regierungschefin zum Rücktritt gezwungen werden, das Chaos in Großbritannien wäre größer denn je.

Theresa May hat in ihrer politischen Karriere schon einige schwere Fehler gemacht: Sie hat dem Volk nicht klar gesagt, welche Folgen der Brexit haben wird. Sie hat Wahlen einberufen, die sie die Mehrheit im Parlament kosteten und in die Abhängigkeit von einem schwierigen Bündnispartner trieben.

All diese Fehler hat sie überlebt. Aber dieser Fehler könnte ihr letzter als Premierministerin gewesen sein.

Mehr: Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen des Tages in unserem Brexit-Newsblog.

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2 Kommentare zu "Kommentar: Dieser Fehler könnte Mays letzter als Regierungschefin sein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Merkel und May sind in Ihrem Charakter doch ziemlich ähnlich. Unbelehrbar, stur und eigensinnig : Führungspersönlichkeiten also - davon gibt es im Bundestag aber mehrere
    (Frauen und Männer).

  • Ja und? Das hat Merkel mit "wir schaffen das" auch erreicht.