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Kommentar Digitalen Erpressern Lösegeld zu zahlen ist der falsche Weg

Anonyme Hacker bedrohen Unternehmen und fordern Geld. Manche Opfer zahlen und ermutigen damit weitere Erpresser. Das ist der falsche Weg.
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31 Prozent der deutschen Unternehmen waren in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Ransomware, wie die Beratung KPMG in einer Umfrage ermittelt hat. Quelle: dpa
Illustrativer Hackerangriff während der Hannover Messe

31 Prozent der deutschen Unternehmen waren in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Ransomware, wie die Beratung KPMG in einer Umfrage ermittelt hat.

(Foto: dpa)

Digitale Erpressung boomt. Anonyme Hacker schleichen sich durch Schwachstellen in der Firmen-IT in die Systeme, verschlüsseln gezielt wichtige Daten und fordern Lösegeld in Kryptowährungen. Die deutschen Behörden warnen deshalb: Auf keinen Fall sollten Unternehmen darauf eingehen und Lösegeld zahlen.

Andernfalls werden die Kriminellen zu weiteren Taten angestiftet. Arne Schönbohm, der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, sieht Parallelen zu Entführungsfällen in Lateinamerika. Als Versicherungen Lösegelder zahlten, hätten die Erpressungen zugenommen. Seine Position ist verständlich. Das BSI muss die Allgemeinheit schützen.

Nur das einzelne Opfer gerät damit in ein Dilemma. Der Diebstahl der Daten kann in Extremfällen die Existenz eines Unternehmens gefährden. Das Pfand der Erpresser wiegt schwer. Manches Opfer zahlt und schweigt. Und fordert damit weitere Erpresser heraus.

Um aus dieser Spirale herauszukommen, braucht es Mutmacher. Vor allem Fahndungserfolge – und die möglichst schnell. In Hamburg und in Hannover haben Landeskriminalämter Fälle auf dem Tisch. Sie werden nicht die einzigen bleiben.

Die Angriffswelle schwappt durchs Land. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Bundeskriminalamt und Europol einschalten müssen.

Noch fühlen sich die Ransomware-Hacker sicher. Sie agieren aus dem Ausland, setzen auf Kryptotechniken und sind in der IT hochversiert. Die Behörden müssen die Herausforderung annehmen und mit Hochdruck arbeiten, um die Täter zu enttarnen.

Ihre Chancen sind besser, als man denkt. Das zeigt der Blick in die Geschichte der Cyberkriminalität. Es ist noch nicht lange her, da galten auch Drogenhändler und Kinderporno-Anbieter im Darknet als schwer ermittelbar, ebenso wie die CEO-Fraud-Betrüger.

Und dann gab es plötzlich Verhaftungen, Anklagen und Urteile. Den Erpressungsopfern würden Fahndungserfolge Mut machen, selbst das Richtige zu tun.

Mehr: Hacker richten Millionenschäden an. Um sich gegen die Angriffe aus dem Netz zu wappnen, können Unternehmen nun eine Versicherung abschließen.

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