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Kommentar Discounter wie Aldi müssen günstig sein – aber nicht billig

Aldi Nord meldet kurz vor Weihnachten rote Zahlen im operativen Geschäft. Die Rückkehr zu spartanischen Billigkonzepten ist aber keine Lösung.
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Niedrige Preise kommen heute nicht mehr durch Sparwut bei Mieten und Ladenbau zustande, sondern durch einen effizienten Einkauf. Quelle: dpa
Filiale von Aldi Nord

Niedrige Preise kommen heute nicht mehr durch Sparwut bei Mieten und Ladenbau zustande, sondern durch einen effizienten Einkauf.

(Foto: dpa)

Es gibt eine wachsende Zahl von Leuten, die sagen: Die deutschen Discounter verraten ihre Idee. Lidl, Aldi, Netto und Penny würden zu chic. In Läden mit Backstation und Kaffeeautomat glaube bald niemand mehr, dass es Schnäppchen gibt. Und dann, so die Vermutung, kommt ein neuer Preisbrecher mit spartanischen Filialen, so wie Aldi in den 1980er-Jahren: Pappkartons, Funzellicht, Lücken im Regal.

Nein, die alten Zeiten kehren nicht zurück. Das belegen aktuelle Entwicklungen. Niedrige Preise kommen heute nicht mehr durch Sparwut bei Mieten und Ladenbau zustande, sondern durch einen effizienten Einkauf. Der braucht Größe, etwa durch Expansion in andere Länder, und natürlich durch den Zuspruch der Kunden.

Aldi Nord meldete kurz vor Weihnachten rote Zahlen für das operative Deutschlandgeschäft. Der Discounter hat zu lange gezögert, seine Läden aufzuhübschen. Lidl zog Kunden ab, auch die Supermärkte mit ihren billigen Eigenmarken. Es ist daher richtig, dass Aldi jetzt mehrere Milliarden nicht nur in Ladenbau, sondern auch in durchdachtere Sortimente stecken will.

Wie wichtig der Einkauf geworden ist, zeigt kurz vor Jahresende auch Kaufland. Das Lidl-Schwesterunternehmen schmeißt in einem wagemutigen Schritt alle Unilever-Marken aus dem Programm, um bessere Preise zu erzwingen und ein Signal an die anderen Hersteller zu senden.

Ob diese Art, Konflikte auszutragen, der richtige Weg ist, sei dahingestellt. In keinem Fall aber ist es die Kehrtwende zurück zu spartanischen Billigkonzepten. Dafür ist der Discount längst viel zu groß und etabliert. Im harten Schnäppchengeschäft ist nur Platz für Sonderpostenmärkte, die Reste verramschen.

Ein Teil der Zielgruppe der allerersten Aldi- und Lidl-Läden – also Kunden, die wirklich auf jeden Cent schauen müssen – versorgt sich heute ohnehin über die sozialen Tafeln, die ein recht junges Phänomen sind. Discounter zielen längst auf die breite Mittelschicht.

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