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Kommentar Donald Trump befindet sich endgültig in einer Sackgasse

Im Handelskrieg setzt der US-Präsident auf die ewig gleichen Druckmittel. Spätestens jetzt stößt seine Strategie an Grenzen – seine Kontrahenten reagieren.
6 Kommentare
USA: Donald Trump befindet sich endgültig in einer Sackgasse Quelle: AP
Donald Trump

Die Maßnahmen des US-Präsidenten verlieren ihre Wirkung.

(Foto: AP)

US-Präsident Donald Trump hat mit seinem radikalen Protektionismus Dinge in Bewegung gesetzt, das muss man ihm lassen. China sitzt, nachdem es über Jahre ungestört fragwürdigen Marktpraktiken nachgehen konnte, am Verhandlungstisch. Die EU ist dazu gezwungen, ihre Handelspolitik als Block neu zu definieren, auch im Verhältnis zu China.

Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) wurde unter dem neuen Titel USMCA überarbeitet. Dazu geht es der US-Wirtschaft derzeit noch so gut, dass sie die zerstörerischen Folgen von Trumps Handelskrieg abfedern kann.

Doch Anzeichen für eine sich abschwächende Weltkonjunktur lassen befürchten, dass der Preis für seinen Handelskonflikt deutlich höher sein wird als sein Nutzen. Trump kann sich noch so oft vor Anhängern rühmen – von einer Erfolgsbilanz kann keine Rede sein. Der US-Präsident und seine Nation sind bislang höchstens glimpflich davongekommen, während er mit immer neuen Handelsbarrieren provoziert.

Spätestens jetzt zeigen sich die Grenzen von Trumps Kurs des maximalen Drucks. China hat selbst nach der jüngsten Ankündigung für Strafzölle klargemacht, dass es an Kernforderungen festhalten will. Trumps Taktik funktioniert also nur bedingt, immer höhere Schranken vermögen es nicht, echte Fortschritte zu erzielen. Sie haben ihre Schockwirkung verloren, der Rest der Welt stellt sich notgedrungen auf die Herausforderung ein.

Auch an anderen Fronten ist Trumps Handelskrieg festgefahren. So feierte der US-Präsident ein Fleisch-Abkommen mit der EU als Durchbruch und drohte anschließend erneut mit Autozöllen. Vertrauen schafft man auf diese Weise garantiert nicht, höchstens Widerstände. Zumal Importzölle auf Fahrzeuge auch in den USA höchst unpopulär wären, was Trumps Schlagkraft verringert.

Ein Agrarvertrag mit Japan existiert bislang nur in den Köpfen der Delegationen. Und bei USMCA, dem Handelspakt mit Kanada und Mexiko, wird Trump seine Unfähigkeit zum überparteilichen Kompromiss zum Verhängnis. Im Wahlkampf hat er die Zusammenarbeit mit US-Demokraten aufgekündigt – dabei braucht er sie, um den Vertrag durch den Kongress zu bringen.

Manchmal scheint es gar, als lebe Trump in einer Parallelwelt. Ständig wiederholt er, dass Strafzölle „Geld in die Kassen“ spülen, selbst wenn sie in Wahrheit Produktion, Rohstoffe und Verbraucherpreise in den USA teurer machen. Unterm Strich steckt Trumps Kurs der Abschottung voller Risiken für ihn selbst. Die beschränkte Wahl der Mittel, seine Ungeduld und das Fehlen eines Plans B entblößen: Je länger Trump seinen Handelskrieg aufrechterhält, desto enger wird sein Spielraum für Alternativen.

Mehr: Warum China beim Handelskonflikt mit den USA auf Zeit spielt.

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6 Kommentare zu "Kommentar: Donald Trump befindet sich endgültig in einer Sackgasse"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich denke mir man sollte Trump nicht unterschaetzen und immer bedenken, dass es im Hintergrund doch noch etliche Leute gibt, die seinen Kurs unterstuetzen.

    Um es einfach kurz zu sagen, es ist die Frage, wer bestimmt die Welt die naechsten 20 Jahre. Geschichtlich hat sich immer wieder gezeigt, dass eine Grossmacht nicht so ohne Weiteres ihr Zepter abgibt. Das ist es was wir derzeit erleben. China expandiert gewaltig und auch wenn die Methoden des Mr. Trump nicht gerade auf Gegenliebe stoesst, so muss man auch fair sein und zugeben, dass China in seinem Expansionsdrang auch nicht sensibel war. Geistiger Schutz ist ein Fremdwort fuer Chinesen.

    Wer sich einmal naeher mit der Wirtschaft Chinas beschaeftigt hat, weiss, dass sich hier gewaltige Blasen angesammelt haben. Wenn diese irgendwann einmal platzen, dann hat die chinesische Fuehrung ein Problem. Die Chinesen der jetzigen Generation kennen eigentlich nur Eins: Es geht aufwaerts. Wenn irgendwann einmal die Blasen platzen werden viele ihr gesamtes Vermoegen verlieren. Ob dann die Bevoelkerung noch so ruhig ist wie bis jetzt?

    Dann hat Mr. Xi keine Zeit mehr fuer Auslandsaktivitaeten.

  • Ich bin mir sehr sicher, dass China auf Dauer wirtschaftlich vorbeiziehen werden! Das liegt einmal am politischen System, in jeder Beziehung frei schalten und walten kann. In den USA
    gibt es diverse unterschiedliche politische Strömungen. Trump ist spätestens nach der zweiten Wahlperiode wieder verschwunden. Interessanter finde ich: wer kommt nach Trump?

  • @ Ingo Quentin

    Das haben Sie sehr schön seziert. ;-)
    Der Exporteur geht gegenüber dem Importeur in aller Regel immer als Erster in die Knie, wenn der Importeur (per Zoll) dichtmacht, und dieser nicht essenziell auf die Importe angewiesen ist. Und wenn dem Exporteur (China) deshalb die Einnahmen wegbrechen, dann bekommt eben auch ein Exportweltmeister (Deutschland), der viel nach China exportiert, sehr schnell Probleme, da dort gespart werden muss.
    Mit Freihandel hat das Ganze aber natürlich nix mehr zu tun...

  • "Trump kann sich noch so oft vor Anhängern rühmen – von einer Erfolgsbilanz kann keine Rede sein."
    Nun, da sprechen die Wirtschaftsdaten aus den USA aber eine andere Sprache.

    "China hat selbst nach der jüngsten Ankündigung für Strafzölle klargemacht, dass es an Kernforderungen festhalten will. "
    Nun, zwischen "wollen" und "können" ist ein Unterschied. Wir werden sehen wer den längeren Atem hat. Derzeit sehe ich den eher bei den USA.

    "...Sie haben ihre Schockwirkung verloren,"
    Nun, das sehen die Börsen weltweit derzeit aber etwas anders.

    "Je länger Trump seinen Handelskrieg aufrechterhält, desto enger wird sein Spielraum für Alternativen."
    Natürlich wird der Spielraum enger. Entscheidend ist nur wer zuerst einknickt. Das haben Kriege / Spekulationen nunmal so an sich.




  • Ihre Analyse mag im Wesntlichen richtig sein, aber die USA sind die militärisch und wirtschaftlich stärkste Macht.
    Das setzt Trump ein. Die EU ist kein Block. Frankreich hat z. B. seine eigene Agenda.
    Für mich ist klar: Trump wird erneut gewählt. Sein Narrativ bei nachlassender Konjunktur wird sein, zu behaupten, dass China und die EU Amerika in die Knie zwingen wollen. Mit der übliche Mischung aus Halb- und Nichtwahrheiten wird er, so glaube ich, seine Wählerschaft von der Notwendigkeit der Maßnahmen überzeugen.
    Amerikas Vorteil ist, dass die USA länger durchhalten können, auch politisch, als Deutschland.

    mfg
    Peter Tuschwitz

  • oh wie schön wäre es, wenn ich von diesem Idi..... endlich nichts mehr hören würde!

    Wie lustig habe ich es anfangs empfunden, jeden Tag über seine kruden Ideen zu lesen. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass alle Republikaner ihn nicht stoppen können und die ganze Welt wegen Ihm auf dem Kopf steht.

    Man kann nur hoffen, dass die Demokraten einen guten Kandidaten aufstellen, aber bei >20 Bewerbern fragt man sich, hätten die sich nicht vorher zusammensetzen können und einen starken Kandidaten ins Rennen schicken.

    Wie schön waren da vor kurzem die Doku's über die erste bemannte Mondlandung im Fernsehn zu sehen, da war Amerika noch ein echtes Vorbild

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