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Kommentar Donald Trump beim G7-Gipfel: Eine Kooperation ist unmöglich

Trump auch nur begrenzt in die internationale Gemeinschaft einzubinden bleibt ein Ding der Unmöglichkeit. Der US-Präsident arbeitet gegen die Gruppe.
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G7-Gipfel in Biarritz: Donald Trump lähmt die G7 – ein Kommentar Quelle: AP
Donald Trump – Protokollsoldat im Vordergrund

Er lobt Macron, redet über die großen Dinge, die man in Biarritz vereinbaren werde – und spuckt dann mit kleinen giftigen Bemerkungen den anderen in die Suppe.

(Foto: AP)

Ein G7-Gipfel mit Donald Trump ist ein Himmelfahrtskommando. Ohne den US-Präsidenten lassen sich keine internationalen politischen Konflikte lösen, lassen sich die Spannungen im internationalen Handel und die Gefahren für die Weltwirtschaft nicht verringern. Doch was können selbst große Wirtschaftsnationen wie Japan, Deutschland oder Frankreich mit ihm machen? Wenig.

Beim Siebenertreffen in Biarritz hat Trump am Sonntag wieder bewiesen, dass er sich nicht einbinden lassen will. Gastgeber Emmanuel Macron verfolgt eine Minimalstrategie: Umfassende politische Festlegungen funktionieren nicht mit Trump, im Zweifelsfalle tritt er sie zwei Stunden nach der Verabschiedung mittels eines Tweets in den Papierkorb.

Also versucht Macron es anders: über kleine, konkrete Schritte. Von Themen wie den Bränden im Amazonas bis zum gefährlichen Kräftemessen mit dem Iran versucht der französische Präsident, Trump für ein begrenztes, gemeinsames Vorgehen zu gewinnen.

Doch selbst dieser bescheidene Ansatz ist sehr schwer zu verwirklichen, wenn Trump den Eindruck bekommt, man wolle ihn festlegen. Er lobt Macron, redet über die großen Dinge, die man in Biarritz vereinbaren werde – und spuckt dann mit kleinen giftigen Bemerkungen den anderen in die Suppe. Diese destruktive Taktik hat der US-Präsident Samstag und Sonntag beim Thema Iran angewendet.

Beim Dinner am Samstag war er wohl einverstanden damit, dass Macron mit der iranischen Führung reden solle, um Nuklearbewaffnung und eine militärische Konfrontation am Golf zu vermeiden. Darüber kommunizierte der Elysée wohl etwas zu positiv und zu deutlich.

Mit zwei Sätzen zerstörte Trump dann am Sonntag die Hoffnungen: Er habe nicht über eine gemeinsame Initiative geredet. Der Iran sei nicht mehr dasselbe Land wie vor zweieinhalb Jahren, aber er könne niemanden daran hindern, mit dem Iran zu reden. Schon ist die Luft raus.

Trump ist strukturell unkooperativ. Das wirkt aber nicht nur lähmend auf die G7. Es hat auch andere Folgen, die in Biarritz ebenfalls zu sehen sind. Boris Johnson, der noch in der jüngsten Vergangenheit so klang, als wolle er sein Land den USA als europäischen Brückenkopf andienen, gibt sich plötzlich pro-europäisch. Iran, Klima, Handel, Steuern: Bei allen Themen steht Johnson in Biarritz an der Seite von Emmanuel Macron und Angela Merkel.

Sogar beim Handelsabkommen mit den USA betonte er vor allem, dies werde auf keinen Fall das britische Gesundheitswesen infrage stellen. Großbritannien sucht seine Zukunft nach dem Brexit. Trump könnte dafür sorgen, dass die näher an der EU liegen wird, als man bislang glaubte.

Mehr: Im französischen Biarritz läuft der G7-Gipfel. Die Iran-Krise ist eines der Hauptthemen. Überraschend fliegt der iranische Außenminister ein.

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