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Kommentar Donald Trump geht mit Rassismus auf Stimmenfang

Der Mittelpunkt von Donald Trumps Wiederwahlkampagne ist der Kampf gegen Einwanderer. Doch die Ziele des US-Präsidenten erscheinen nur vorgeschoben.
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Der amerikanische Präsident befindet sich bereits im Wahlkampfmodus. Quelle: AFP
Donald Trump

Der amerikanische Präsident befindet sich bereits im Wahlkampfmodus.

(Foto: AFP)

Seit dieser Woche gehen die Behörden verstärkt gegen Einwanderer vor, die sich ohne Papiere in den USA aufhalten. Geplant sind Razzien in mehreren Großstädten, rund 2.000 Menschen sollen sofort abgeschoben werden. Gemessen an den geschätzt zehn Millionen illegalen Einwanderern ist diese Zahl gering. Doch US-Präsident Donald Trump möchte ein Signal der harten Hand setzen.

Er rückt den Kampf gegen Einwanderer in den Mittelpunkt seiner Wiederwahlkampagne – und zwar unabhängig davon, ob ein Teil der Menschen berechtigte Asylgründe vorweisen kann. Der US-Präsident droht mit der Schließung der Grenze zu Mexiko und hat den nationalen Notstand ausgerufen. Razzien werden nur der Auftakt für weitere Vorstöße sein. Sie begleiten die Abschreckungspolitik an der Südgrenze, an der Flüchtlinge Monate auf eine Anhörung warten, Kinder von ihren Eltern getrennt untergebracht werden und an der fast täglich Menschen sterben.

Abschiebungen allein sind nicht ungewöhnlich, sie sind das Recht eines souveränen Staates. So haben Trumps Vorgänger Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama in deutlich größerer Zahl Ausweisungen veranlasst. Auch deshalb, weil es in den 1990er-Jahren und zur Jahrtausendwende mehr Flüchtlinge in den USA gab als heute.

Doch Obama etwa konzentrierte sich auf Schwerkriminelle und jene, die gerade erst frisch angekommen waren und kein Asylrecht hatten. Für diejenigen, die seit Jahrzehnten integriert im Land lebten, bemühte er sich um Legalisierung. Trump stattdessen verbreitet Angst. Sein Kurs stützt sich auf puren Rassismus.

Man kann ihm nicht glauben, dass es ihm allein um Recht und Ordnung geht, wenn er sich vor johlenden Anhängern als Nationalist feiern lässt, wenn er Vertreter der Rechtsaußen ins Weiße Haus einlädt, Flüchtlinge pauschal Vergewaltiger nennt und Politikerinnen mit dunkler Hautfarbe rät, sie mögen „zurück in ihre Verbrecherländer gehen“.

Sein Wahlkampf wird eine schmutzige, hasserfüllte Kampagne. Sie wird in Teilen der Bevölkerung auch deshalb verfangen, weil Ressentiments über Jahrzehnte wachsen konnten und Schwachstellen im System nicht repariert wurden. Verfahren dauern ewig, Gerichte sind überlastet, dazu kommt eine Kultur der Ignoranz, wenn billige Arbeitskräfte ohne jegliche Absicherung Handlangerjobs erledigen.

Trump profitiert davon, wie es Populisten immer tun. Für die USA, die auf ihre Diversität zu Recht stolz sein können und deren Gründungsmythos auf Einwanderung fußt, ist seine Regierung ein historischer Rückschritt. Nicht zuletzt ist Trumps Kurs eine Peinlichkeit für ihn selbst: Der Präsident und zwei seiner drei (Ex-)Ehefrauen verdanken ihr gutes Leben von heute auch ihrem Migrationshintergrund.

Mehr: Die Situation an der US-Grenze zu Mexiko ist dramatisch. Ein Ortsbesuch in El Paso.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Donald Trump geht mit Rassismus auf Stimmenfang"

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  • Liebe Frau Meiritz,

    Sie versuchen noch nicht einmal objektiv zu sein. Mit abgedroschenen Phrasen, wie "verbreitet Angst", "Nationalist", "laed Vertreter von Rechtsaussen ins Weisse Haus ein" "nennt Fluechtlinge pauschal Vergewaltiger" wiederholen Sie lediglich unkritisch die Meinungsmache der deutschen Massenmedien. Konkrete Beispiele? Was ist Rechtsaussen? Jeder, der nicht mit der linken Meinung konform geht?

    Bitte hoeren Sie sich Reden von Trump einmal direkt und vollstaendig an - ich hoffe, Ihre Englisch ist entsprechend gut. Fragen Sie sich einmal, ob Ihre Meinung auf Fakten oder auf eine vorgefertigte Meinung von anderen Menschen - vielleicht Menschen, die Sie moegen - beruht. Und haben Sie bitte den Mut sich aus Fakten eine eigene Meining zu bilden. Fakten kommen naemlich im deutschen Journalismus mittlerweile viel zu kurz.

    Vielen Dank und Gruss.

    L. Pulver

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