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Kommentar Dougans Flucht nach vorn

Die Credit-Suisse-Führung nimmt in Kauf, sich selbst zu widersprechen. Die angeblich gut kapitalisierte Schweizer Großbank hat auf einmal Kapitalmaßnahmen nötig. In den Maßnahmen verbergen sich auch Hoffnungswerte.
18.07.2012 - 09:37 Uhr Kommentieren
Holger Alich ist Handelsblatt-Korrespondent in der Schweiz Quelle: Pablo Castagnola

Holger Alich ist Handelsblatt-Korrespondent in der Schweiz

(Foto: Pablo Castagnola)

Zürich Credit Suisse-Chef Brady Dougan versucht den Befreiungsschlag. Nach der ungewöhnlich offenen Kritik der Schweizerischen Nationalbank an der Kapitalausstattung der Schweizer Großbank kündigt Credit Suisse (CS) nun überraschend Kapitalmaßnahmen von insgesamt 15,3 Milliarden Franken an; 8,7 Milliarden Franken werden davon sofort umgesetzt.

Dougan will damit ein für allemal Zweifel an der Kapitalausstattung an seiner Bank ausräumen, die wie Blei auf dem Aktienkurs der CS-Aktie lasteten. Denn die Anleger fürchteten, dass die Bank vielleicht doch noch neue Aktien ausgeben könnte, um die Kapitalausstattung zu verbessern. Nun soll das Kapital über nicht verwässernde Schritte erhöht werden, etwa der vorzeitigen Umwandlung von Hybrid-Anleihen.

Dougans Kapitalschritte enthalten indes auch Hoffnungswerte, so sollen rund zwei Milliarden Franken über den Konzerngewinn im Gesamtjahr hereinkommen. Ob das gelingt, kann angesichts der volatilen Marktlage angezweifelt werden.

Die jetzt angekündigten Schritte zeigen, wie groß der Druck auf die CS-Führung ist. Sie nimmt jetzt in Kauf, sich selbst zu widersprechen. Denn als die Schweizer Notenbank ihre Kritik an der Kapitalausstattung äußerte, verwies Credit Suisse stets darauf, dass die Bank eines der best kapitalisiertesten Institute sei. Wenn das richtig war, dann wären die heute angekündigten Schritte nicht nötig gewesen.

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