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Kommentar E-Zigaretten: Den Tabakkonzernen bricht das künftige Geschäftsmodell weg

Die vermeintlich gesündere Alternative zum Tabak steckt in der Krise. Der Zukunftstraum von Anbietern wie dem Tabakkonzern Altria scheint sich in Luft aufzulösen.
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Neue Untersuchungen in den USA rücken Vaping in ein schlechtes Licht. Quelle: imago images / Science Photo Library
E-Zigaretten

Neue Untersuchungen in den USA rücken Vaping in ein schlechtes Licht.

(Foto: imago images / Science Photo Library)

Die Angst geht um im Geschäft mit E-Zigaretten. Mysteriöse Sterbefälle, eine Untersuchung der US-Gesundheitsbehörde FDA, Supermarkt-Boykotte, Kritik des US-Präsidenten: Die vermeintlich gesündere Art des Rauchens könnte nur wenige Jahre nach ihrem Markteintritt schon wieder vor dem Ende stehen. Damit ist auch das Zukunftsmodell von Zigarettenherstellern in Gefahr, die sehr stark auf das sogenannte Vaping setzen.

Allen voran trifft dies den US-Tabakkonzern Altria. Für knapp 13 Milliarden Dollar hatte sich Altria im Dezember 35 Prozent an dem erfolgreichen Vaping-Start-up Juul gesichert, das den US-Markt für E-Zigaretten dominiert. Das sollte die Zukunft jenseits des in Papier eingewickelten Tabaks sichern.

Schließlich greifen vor allem die jungen Menschen in den USA immer mehr zu den E-Zigaretten. Die oft mit Geschmacksstoffen wie Minze oder Wassermelone angereicherten Dämpfe enthalten zwar Nikotin, aber keinen schädlichen Tabak mehr. Für Tabakfirmen schien damit ein Traum wahr zu werden: Ihre Kunden wären weiter abhängig. Aber keiner kann sie wegen der gesundheitsschädlichen Folgen des Tabaks verklagen.

Aber dieser schöne Traum scheint sich gerade in Luft aufzulösen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA untersucht derzeit unter anderem, ob Vaping-Anbieter den Nikotingehalt in ihrer Gier übertrieben haben.

Die Zahl der jugendlichen Süchtigen ist in den USA zuletzt rasant gestiegen. Die Geschmackszusatzstoffe und illegale Nachahmer-Produkte stehen zudem im Verdacht, Lungenkrankheiten auszulösen, die bis zum Tode führen können.

Der größte US-Einzelhändler Walmart hat gerade angekündigt, sämtliche E-Zigaretten aus dem Sortiment zu nehmen. Kalifornien hat das Vaping-Mindestalter auf 21 heraufgesetzt und limitiert den Gebrauch der Dampf-Geräte genau so stark wie den klassischer Tabakzigaretten.

Außerdem erwägt die US-Regierung, sämtliche E-Zigaretten mit Geschmacksrichtungen zu verbieten und nur den Tabakgeschmack zu lassen. Für Altria ist das Szenario ein Albtraum.

Bei seiner Investition in Juul hat der Konzern den Vaping-Spezialisten mit 36 Milliarden Dollar bewertet, obwohl der gerade einmal zwei Milliarden umsetzt. Wenn jetzt der Markt wegbricht, wäre es eine riesige Fehlinvestition – nichts als heiße Luft also. Es bricht das künftige Geschäftsmodell weg.

Vor diesem Hintergrund rücken die jüngsten Fusionsgespräche mit Philip Morris International (PMI) in ein neues Licht. Galt bisher Altria mit Juul als der interessantere Partner, könnte nun PMI attraktiver sein mit seinen weniger regulierten Märkten jenseits Amerikas, in denen man die Menschen auch mit herkömmlichen Zigaretten noch süchtig machen darf.

Mehr: Altria und Philip Morris wollen gemeinsamen einen Giganten auf dem Tabakmarkt formen. Doch das Geschäftsmodell der Konzerne gehört der Vergangenheit an.

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