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Kommentar Eigentor von Greenpeace: Die Rücksichtslosigkeit einiger Klimaaktivisten schadet ihrem Anliegen

Der Absolutheitsanspruch einiger Aktivisten ist schädlich. Auch beim wichtigen Thema Klimaschutz heiligt der Zweck nicht alle Mittel.
16.06.2021 - 17:54 Uhr Kommentieren
Greenpeace ist seiner Verantwortung bei dem riskanten Manöver nicht gerecht geworden. Quelle: dpa
Ein Greenpeace-Aktivist landet mit einem Motorschirm-Flieger bei einer Protestaktion auf dem Spielfeld

Greenpeace ist seiner Verantwortung bei dem riskanten Manöver nicht gerecht geworden.

(Foto: dpa)

Greenpeace steht nach der gemeingefährlichen Protestaktion beim EM-Spiel zwischen Deutschland und Frankreich völlig zu Recht in der Kritik. Wer einen Gleitschirmflieger über ein mit Tausenden Fans besetztes Stadion fliegen lässt, handelt verantwortungslos. Selbst wenn es nicht das Ziel war, im Stadion zu landen: Der Pilot selbst war durch Scharfschützen zur Terrorabwehr in Gefahr. Bei seiner Notlandung verletzte er zwei Menschen. Wer die Bilder gesehen hat, weiß: Es hätte durchaus noch schlimmer kommen können.

Greenpeace ist in Sachen misslungener Aktionen Wiederholungstäter. Vor einigen Jahren kippte die Umweltschutzorganisation in Berlin 3500 Liter gelbe Farbe auf die Straße, auf der dann Fahrradfahrer wegrutschten und stürzten. Eine Organisation, die für sich Gemeinnützigkeit beansprucht, sollte sich solche Missgriffe nicht zu oft leisten.

Unabhängig von Greenpeace, das zuletzt mit Aktionen wie dem Diebstahl des „C“ vor der CDU-Parteizentrale auch in PR-Schlachten den Kürzeren zog, zeigt der Vorfall im Münchener Stadion ein grundlegenderes Problem: Teile der Klimaschutzbewegung setzen sich und ihre Ziele absolut und verweisen dabei auf die größte Krise der Menschheitsgeschichte, die sie bekämpften.

Und so fanden sich bei den Unterstützern von Greenpeace in den sozialen Medien jene, die die Verantwortung der Aktivisten relativierten mit dem Verweis, dass zwei Verletzte zwar bedauerlich seien, das aber nichts sei gegen die Gefahr des Klimawandels.

Ähnliches gilt für die Klimaaktivisten, die sich in Hessen aus Protest gegen den Bau einer Autobahn von einer Brücke abseilten. In dem folgenden Stau gab es einen schweren Unfall. Auch bei einem so fundamental wichtigen Ziel wie dem Klimaschutz heiligt der Zweck nicht die Mittel.

Organisationen tragen Verantwortung

Mit Aktionen wie denen im Münchener Stadion oder auf Autobahnbrücken schaden Klimaschützer ihren eigenen Anliegen. Kürzlich wurde eine Umfrage veröffentlicht, nach der die große Mehrheit der Deutschen den Klimaschutz für wichtig hält, die Debatte aber als spaltend wahrnimmt. Das ist nicht nur eine Herausforderung für die Politik, die bei ihren Maßnahmen aufpassen muss, nicht einen Teil der Bevölkerung zu verlieren.

Auch Umweltorganisationen sollten den Befund aufmerksam registrieren. Mit rabiaten Aktionen wie der im Stadion wird man die Bürger kaum für mehr Klimaschutz gewinnen. Die Organisationen tragen Verantwortung. Greenpeace ist ihr nicht gerecht geworden.

Mehr: Merz stellt Gemeinnützigkeit von Greenpeace infrage

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